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# EU-Taxonomie (VO 2020/852) – Klassifikationssystem für nachhaltige Wirtschaftstätigkeiten, Artikel 3/8, Offenlegungspflichten

## Kurzantwort

Die **Taxonomie-Verordnung (Verordnung (EU) 2020/852)** schafft ein **einheitliches EU-Klassifikationssystem** dafür, wann eine Wirtschaftstätigkeit als **ökologisch nachhaltig** gilt. Ziel ist es, Kapital gezielt in nachhaltige Investitionen zu lenken und **Greenwashing** zu verhindern. Die Verordnung ist als **EU-Verordnung unmittelbar in Deutschland anwendbar** – ein nationales Umsetzungsgesetz ist nicht erforderlich.

Nach **Artikel 3** ist eine Tätigkeit nur dann ökologisch nachhaltig, wenn sie **kumulativ vier Bedingungen** erfüllt: Sie leistet einen **wesentlichen Beitrag** zu mindestens einem der sechs Umweltziele (Art. 10–16), sie **beeinträchtigt keines der übrigen Umweltziele erheblich** („Do No Significant Harm", DNSH, Art. 17), sie wahrt einen **sozialen Mindestschutz** (Art. 18) und sie erfüllt die von der Kommission per delegiertem Rechtsakt festgelegten **technischen Bewertungskriterien**.

**Artikel 8 Abs. 1** verpflichtet jedes Unternehmen, das nach **Art. 19a bzw. 29a der Bilanzrichtlinie 2013/34/EU** zur (konsolidierten) nichtfinanziellen bzw. Nachhaltigkeitsberichterstattung verpflichtet ist, offenzulegen, **welcher Anteil seines Umsatzes, seiner Investitions- (CapEx) und Betriebsausgaben (OpEx) taxonomiekonform** ist. Wer berichtspflichtig ist, ergibt sich aus der **nationalen Umsetzung** dieser Richtlinienartikel. In **Deutschland ist die CSRD (RL 2022/2464) noch nicht umgesetzt** (Stand 23.10.2026); maßgeblich sind daher weiterhin **§§ 289b, 315b HGB in der NFRD-Fassung** (große kapitalmarktorientierte Kapitalgesellschaften bzw. Mutterunternehmen mit mehr als 500 Arbeitnehmern). Die Taxonomie-Verordnung selbst enthält **keinen eigenen Bußgeldkatalog**; eine ausdrücklich auf Art. 8 VO 2020/852 bezogene Bußgeldnorm enthält das geltende HGB nicht (§ 334 HGB nennt Art. 8 nicht). Mit der **Delegierten Verordnung (EU) 2026/73** wurden die Offenlegungsvorgaben vereinfacht (Wesentlichkeitsschwelle); die **Omnibus-Richtlinie (EU) 2026/470** ändert nicht die Taxonomie-VO selbst, sondern den Anwendungsbereich von Art. 19a/29a der Bilanzrichtlinie – und wirkt damit nur **mittelbar** (nach nationaler Umsetzung, Frist 19.03.2027) auf den Kreis der Art.-8-Pflichtigen.

## Kernfakten

| Punkt | Wert |
|---|---|
| Rechtsakt | Verordnung (EU) 2020/852 (Taxonomie-Verordnung) [EUR-Lex, CELEX:32020R0852] |
| Rechtsnatur | EU-Verordnung → unmittelbar anwendbar in Deutschland (kein Umsetzungsgesetz nötig) |
| Erlassen am | 18. Juni 2020 · Inkrafttreten: 12. Juli 2020 |
| Geltung Umweltziele a) + b) | seit 1. Januar 2022 (Klimaschutz, Anpassung an den Klimawandel) |
| Geltung Umweltziele c)–f) | seit 1. Januar 2023 |
| Umweltziele (Art. 9) | sechs: a) Klimaschutz · b) Anpassung an Klimawandel · c) Wasser-/Meeresressourcen · d) Kreislaufwirtschaft · e) Vermeidung von Umweltverschmutzung · f) Biodiversität & Ökosysteme |
| Vier Bedingungen (Art. 3) | 1. wesentlicher Beitrag (Art. 10–16) · 2. keine erhebliche Beeinträchtigung/DNSH (Art. 17) · 3. Mindestschutz (Art. 18) · 4. technische Bewertungskriterien (delegierte Rechtsakte) |
| Mindestschutz (Art. 18) | OECD-Leitsätze für multinationale Unternehmen · UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte · ILO-Kernarbeitsnormen · Internationale Menschenrechtscharta |
| Offenlegungspflicht (Art. 8) | KPIs Umsatz / CapEx / OpEx-Anteil taxonomiekonform, für Unternehmen, die nach Art. 19a/29a der Bilanzrichtlinie 2013/34/EU berichtspflichtig sind (Kreis bestimmt sich nach nationaler Umsetzung; DE derzeit §§ 289b, 315b HGB, NFRD-Fassung – CSRD-Umsetzung steht aus) |
| Technische Kriterien | Delegierte Rechtsakte der Kommission (Climate DA 2021/2139, Disclosures DA 2021/2178, Complementary Climate DA 2022/1214, Environmental DA 2023/2486) |
| Vereinfachung 2025/2026 | Omnibus-I (Vorschlag 26.02.2025; verabschiedet als Richtlinie (EU) 2026/470 v. 24.02.2026, ABl. 26.02.2026, in Kraft 18.03.2026; ändert RL 2006/43/EG, 2013/34/EU, (EU) 2022/2464, (EU) 2024/1760 – nicht die VO 2020/852; Art. 1–3 bis 19.03.2027 umzusetzen) + Delegierte VO (EU) 2026/73 (v. 4.7.2025, ABl. 8.1.2026, in Kraft 28.1.2026, gilt ab 1.1.2026; für das Geschäftsjahr 2025 wahlweise Altfassung): Wesentlichkeitsschwelle – Nicht-Finanzunternehmen können Tätigkeiten, die kumuliert < 10 % des jeweiligen KPI-Nenners (Umsatz/CapEx/OpEx) ausmachen, von der Bewertung ausnehmen; diese sind gesondert als nicht wesentlich auszuweisen |
| Sanktionen | kein eigener Bußgeldrahmen in VO 2020/852; Durchsetzung ist mitgliedstaatlich zu regeln. DE: § 334 HGB (geltende Fassung) enthält keinen ausdrücklichen Tatbestand für Art. 8 VO 2020/852; das CSRD-Umsetzungsgesetz ist (Stand 23.10.2026) nicht verkündet |
| Verhältnis zu anderen Regeln | ergänzt CSRD (RL 2022/2464) und Offenlegungs-VO/SFDR (VO 2019/2088); ändert VO 2019/2088 |

## Geltungsbereich

Die Taxonomie-Verordnung richtet sich an drei Adressatenkreise (Art. 1 Abs. 2): an **Finanzmarktteilnehmer**, die Finanzprodukte anbieten, an die **EU und die Mitgliedstaaten**, soweit sie Kennzeichnungen für nachhaltige Produkte festlegen, sowie – über die Offenlegungspflicht des **Art. 8** – an **Unternehmen**, die zur (konsolidierten) nichtfinanziellen Erklärung bzw. Nachhaltigkeitsberichterstattung nach Art. 19a bzw. 29a der Bilanzrichtlinie 2013/34/EU verpflichtet sind (Art. 1 Abs. 2 lit. c, Art. 8 Abs. 1). Wer in diesen Kreis fällt, bestimmt sich nach der **nationalen Umsetzung** der Bilanzrichtlinie. Auf EU-Ebene wurden Art. 19a/29a durch die **CSRD (RL 2022/2464)** neu gefasst und durch die **RL (EU) 2026/470** auf Unternehmen mit mehr als 1.000 Beschäftigten und mehr als 450 Mio. Euro Nettoumsatz begrenzt. **In Deutschland sind weder CSRD noch RL 2026/470 umgesetzt** (Stand 23.10.2026); es gelten weiterhin **§§ 289b, 315b HGB in der NFRD-Fassung** (große kapitalmarktorientierte Kapitalgesellschaften bzw. Mutterunternehmen mit im Jahresdurchschnitt mehr als 500 Arbeitnehmern). Mit Inkrafttreten des deutschen CSRD-Umsetzungsgesetzes kann sich der Kreis ändern.

Als **EU-Verordnung** gilt die Taxonomie unmittelbar in allen Mitgliedstaaten; sie muss nicht in nationales Recht umgesetzt werden. Die **konkreten technischen Bewertungskriterien** stehen jedoch nicht in der Verordnung selbst, sondern in **delegierten Rechtsakten** der Kommission, die fortlaufend erweitert und angepasst werden. Die Taxonomie ist damit ein **„lebendes" Regelwerk**: Ob eine bestimmte Tätigkeit taxonomiefähig und -konform ist, ergibt sich erst aus dem Zusammenspiel von Basisverordnung und aktuellem delegiertem Rechtsakt.

## Die vier Bedingungen im Detail (Art. 3)

Eine Wirtschaftstätigkeit ist nur dann **ökologisch nachhaltig**, wenn sie **alle vier** folgenden Bedingungen erfüllt – das Fehlen einer einzigen Bedingung macht die Tätigkeit **nicht** taxonomiekonform:

**1. Wesentlicher Beitrag (Art. 3 lit. a i. V. m. Art. 10–16).** Die Tätigkeit muss einen **wesentlichen Beitrag** zu mindestens einem der sechs Umweltziele leisten – z. B. durch eigene emissionsarme Leistung, durch Ermöglichung („enabling activity") oder als Übergangstätigkeit („transitional activity", Art. 10 Abs. 2).

**2. Keine erhebliche Beeinträchtigung / DNSH (Art. 3 lit. b i. V. m. Art. 17).** Die Tätigkeit darf **keines der übrigen fünf Umweltziele erheblich beeinträchtigen** („Do No Significant Harm"). Eine Tätigkeit, die zwar dem Klimaschutz dient, aber z. B. Gewässer erheblich schädigt, ist nicht taxonomiekonform.

**3. Sozialer Mindestschutz (Art. 3 lit. c i. V. m. Art. 18).** Das Unternehmen muss Verfahren einhalten, die mit den **OECD-Leitsätzen für multinationale Unternehmen**, den **UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte** (inkl. der **ILO-Kernarbeitsnormen**) und der **Internationalen Menschenrechtscharta** im Einklang stehen.

**4. Technische Bewertungskriterien (Art. 3 lit. d).** Die Tätigkeit muss die von der Kommission per **delegiertem Rechtsakt** festgelegten **technischen Bewertungskriterien** erfüllen. Diese konkretisieren pro Sektor und Ziel, wann ein „wesentlicher Beitrag" bzw. „DNSH" vorliegt.

## Die sechs Umweltziele (Art. 9)

Die Verordnung definiert in **Artikel 9** sechs Umweltziele: **a) Klimaschutz**, **b) Anpassung an den Klimawandel**, **c) nachhaltige Nutzung und Schutz von Wasser- und Meeresressourcen**, **d) Übergang zu einer Kreislaufwirtschaft**, **e) Vermeidung und Verminderung der Umweltverschmutzung** sowie **f) Schutz und Wiederherstellung der Biodiversität und der Ökosysteme**. Nach **Art. 27 Abs. 2** gelten die Art. 4–7 und Art. 8 Abs. 1–3 für die beiden **Klimaziele** (a, b) seit dem **1. Januar 2022** und für die **vier übrigen Ziele** (c–f) seit dem **1. Januar 2023**. Die technischen Bewertungskriterien für die Klimaziele enthält der Climate Delegated Act (anwendbar seit 1.1.2022, ergänzt um Gas/Kernenergie durch den Complementary Climate DA ab 1.1.2023); die Kriterien für die Ziele c–f enthält der Environmental Delegated Act (anwendbar seit 1.1.2024).

## Offenlegungspflicht nach Art. 8

**Artikel 8** verpflichtet berichtspflichtige Unternehmen, im Rahmen ihrer nichtfinanziellen bzw. Nachhaltigkeitsberichterstattung **anzugeben, wie und in welchem Umfang ihre Tätigkeiten mit ökologisch nachhaltigen Wirtschaftstätigkeiten verbunden sind**. Nichtfinanzunternehmen müssen dazu drei **KPIs** offenlegen: den taxonomiekonformen Anteil am **Umsatz (turnover)**, an den **Investitionsausgaben (CapEx)** und an den **Betriebsausgaben (OpEx)**. Inhalt, Darstellung und Methodik regelt der **Disclosures Delegated Act (Delegierte VO (EU) 2021/2178)**, anwendbar seit 1. Januar 2022. Für Finanzunternehmen (Banken, Versicherer, Vermögensverwalter) gelten gesonderte Kennzahlen (u. a. Green Asset Ratio).

## Delegierte Rechtsakte (Level-2-Maßnahmen)

Die Taxonomie-Verordnung wird durch mehrere **delegierte Rechtsakte** der Kommission konkretisiert:

- **Climate Delegated Act – Delegierte VO (EU) 2021/2139** (4.6.2021): technische Kriterien für Klimaschutz und Anpassung; anwendbar seit 1.1.2022.
- **Disclosures Delegated Act – Delegierte VO (EU) 2021/2178** (6.7.2021): Inhalt/Darstellung der Angaben nach Art. 8; anwendbar seit 1.1.2022.
- **Complementary Climate Delegated Act – Delegierte VO (EU) 2022/1214** (9.3.2022): bezieht unter strengen Bedingungen bestimmte **Gas- und Kernenergie**-Tätigkeiten ein; anwendbar seit Januar 2023.
- **Environmental Delegated Act – Delegierte VO (EU) 2023/2486** (27.6.2023): technische Kriterien für die vier weiteren Umweltziele (c–f); anwendbar seit Januar 2024.

## Vereinfachung 2025/2026: Omnibus I und VO (EU) 2026/73

Am **26. Februar 2025** legte die Kommission das **Omnibus-I-Paket** zur Vereinfachung der Nachhaltigkeitsberichterstattung vor (u. a. Reduzierung des CSRD-Anwendungsbereichs sowie Entlastungen bei der Taxonomie). Der CSRD-/CSDDD-Teil wurde als **Richtlinie (EU) 2026/470** vom 24. Februar 2026 verabschiedet (ABl. L 2026/470 vom 26.02.2026) und ist am **18. März 2026** in Kraft getreten: Die Nachhaltigkeitsberichterstattung nach Art. 19a/29a der Bilanzrichtlinie erfasst danach nur noch Unternehmen mit durchschnittlich mehr als **1.000 Beschäftigten und mehr als 450 Mio. Euro Nettoumsatz** (für Drittlandsunternehmen wurde die Umsatzschwelle von 150 auf 450 Mio. Euro angehoben); die Mitgliedstaaten müssen die Art. 1–3 der Richtlinie bis zum **19. März 2027** umsetzen. Die RL 2026/470 ändert die **Taxonomie-VO nicht**; da Art. 8 Abs. 1 VO 2020/852 auf die Berichtspflicht nach Art. 19a/29a verweist, verkleinert sich der Kreis der Art.-8-Pflichtigen nur **mittelbar** über die nationale Umsetzung – in Deutschland steht diese noch aus (Stand 23.10.2026). Auf Taxonomie-Ebene wurde die **Delegierte Verordnung (EU) 2026/73** (angenommen am **4. Juli 2025**, veröffentlicht im Amtsblatt am **8. Januar 2026**, in Kraft seit **28. Januar 2026**, anwendbar ab **1. Januar 2026**; für das Geschäftsjahr 2025 dürfen Unternehmen die bis 31.12.2025 geltenden Fassungen anwenden) erlassen. Sie ändert die Delegierten VO 2021/2178, 2021/2139 und 2023/2486 und bringt insbesondere eine **Wesentlichkeitsschwelle**: Nicht-Finanzunternehmen **können** für Wirtschaftstätigkeiten, die kumuliert **weniger als 10 %** des Nenners des Umsatz-, CapEx- bzw. OpEx-KPI ausmachen, von der Bewertung der Taxonomiefähigkeit und -konformität **absehen**; die betreffenden Beträge sind gesondert als nicht wesentlich auszuweisen. Zusätzlich wurden Meldebögen und bestimmte DNSH-Kriterien vereinfacht. Weitere Überarbeitungen der technischen Kriterien (Climate DA, Environmental DA) standen Anfang 2026 noch in der öffentlichen Konsultation und waren **noch nicht in Kraft**.

## Häufige Fehler

- **„Taxonomiefähig" mit „taxonomiekonform" verwechseln:** *Taxonomiefähig* („eligible") heißt nur, dass eine Tätigkeit **grundsätzlich erfasst** ist; *taxonomiekonform* („aligned") heißt, dass sie **alle vier Bedingungen des Art. 3 erfüllt**.
- **DNSH übersehen:** Ein „wesentlicher Beitrag" allein genügt nicht – die Tätigkeit darf **kein anderes Umweltziel erheblich beeinträchtigen** (Art. 17).
- **Mindestschutz vergessen:** Auch bei perfekter Umweltbilanz ist eine Tätigkeit **nicht** konform, wenn der **soziale Mindestschutz** (Art. 18, u. a. ILO-Kernarbeitsnormen) nicht gewahrt ist.
- **Eigenen Bußgeldkatalog erwarten:** Die Taxonomie-VO selbst sanktioniert nicht; die Durchsetzung der **Art.-8-Offenlegung** ist Sache des nationalen Rechts. Im geltenden deutschen HGB gibt es dafür **keinen ausdrücklichen Bußgeldtatbestand** (§ 334 HGB nennt Art. 8 VO 2020/852 nicht).
- **Delegierte Rechtsakte ignorieren:** Ob eine konkrete Tätigkeit konform ist, steht **nicht in der Basisverordnung**, sondern in den **technischen Bewertungskriterien** der delegierten Rechtsakte.
- **Alten Anwendungsbereich zugrunde legen:** Seit der **Delegierten VO (EU) 2026/73** (anwendbar ab 1.1.2026) gilt die **10-%-Wesentlichkeitsschwelle** – nicht wesentliche Tätigkeiten können von der Bewertung ausgenommen werden, sind aber gesondert auszuweisen.
- **Taxonomie mit CSRD gleichsetzen:** Die Taxonomie liefert das **Klassifikationssystem und die KPIs**; **wer** berichtspflichtig ist, bestimmen Art. 19a/29a der Bilanzrichtlinie in ihrer **nationalen Umsetzung** – in Deutschland derzeit noch §§ 289b, 315b HGB (NFRD-Fassung), nicht unmittelbar die CSRD-Schwellen.













## Änderungsverlauf

- 2026-07-19: Erstveröffentlichung der Faktenseite. Basisverordnung (EU) 2020/852 – sechs Umweltziele (Art. 9), vier Bedingungen (Art. 3: wesentlicher Beitrag, DNSH Art. 17, Mindestschutz Art. 18, technische Bewertungskriterien) sowie Offenlegungspflicht Art. 8 (Umsatz/CapEx/OpEx) gegen EUR-Lex (CELEX:32020R0852) und EU-Kommission (DG FISMA, Stand 17.03.2026) gegengeprüft; delegierte Rechtsakte 2021/2139, 2021/2178, 2022/1214, 2023/2486 sowie Omnibus-Vereinfachung durch Delegierte VO (EU) 2026/73 (Wesentlichkeitsschwelle 10 %) eingearbeitet. | change_type=initial_publication reviewed_by="Andreas Warkentin" field="topic_lifecycle" new="published"
- 2026-10-18: Faktencheck (Teilaktualisierung, KEINE Freigabe): Stand des Omnibus-I-Verfahrens ergänzt – Richtlinie (EU) 2026/470, in Kraft 18.03.2026, CSRD-Anwendungsbereich ≥ 1.000 Beschäftigte und > 450 Mio. € Nettoumsatz, Umsetzungsfrist CSRD-Teil 19.03.2027 (Quelle: BMAS/csr-in-deutschland.de, Meldung 18.03.2026, mit Verweis auf CELEX:32026L0470). Daten der Delegierten VO (EU) 2026/73 (ABl. 08.01.2026, in Kraft 28.01.2026, anwendbar ab 01.01.2026, 10-%-Schwelle je KPI) bestätigt (WPK/KPMG). factcheck_status bleibt stale: (1) Auswirkungen der RL 2026/470 auf den Art.-8-Pflichtenkreis der Taxonomie-VO nicht primär belegt; (2) in Deutschland ist die CSRD noch nicht umgesetzt (CSRD-Umsetzungsgesetz im Bundestag nicht verabschiedet, Stand Sekundärquellen 09/2026) – die Aussagen „Kreis bestimmt sich nach CSRD-Schwellen" und Sanktion „§§ 289b ff., 315b ff., § 334 HGB" sind daher rechtlich unklar und nicht freigabefähig. | change_type=factcheck reviewed_by="Claude (Freigabe-Aufholer 18.10.2026)"
- 2026-10-23: Offener Punkt (1) geklärt: Volltext RL (EU) 2026/470 (ABl. L 2026/470 v. 26.02.2026, CELEX:32026L0470; Art. 5 Umsetzung Art. 1–3 bis 19.03.2027, Art. 6 Inkrafttreten 20. Tag nach Veröffentlichung) ändert nur RL 2006/43/EG, 2013/34/EU, (EU) 2022/2464, (EU) 2024/1760, nicht die VO 2020/852 (Cellar-Metadaten: kein Änderungsrechtsakt zu 32020R0852). Art. 8 Abs. 1 VO 2020/852 (CELEX:32020R0852) knüpft an die Pflicht nach Art. 19a/29a RL 2013/34/EU an → Omnibus wirkt nur mittelbar über nationale Umsetzung. Pflichtenkreis in Kurzantwort, Kernfakten, Geltungsbereich, Omnibus-Abschnitt und „Häufige Fehler“ entsprechend formuliert. | change_type=factcheck field="body.art8_pflichtenkreis" old="Kreis bestimmt sich nach den Schwellenwerten der CSRD (RL 2022/2464)" new="Pflicht nach Art. 19a/29a RL 2013/34/EU in nationaler Umsetzung; DE derzeit §§ 289b, 315b HGB (NFRD-Fassung), CSRD-/Omnibus-Umsetzung steht aus" reviewed_by="Claude (Freigabe-Aufholer 23.10.2026)"
- 2026-10-23: Offener Punkt (2) geklärt: CSRD in DE weiterhin nicht umgesetzt – § 289b/§ 315b HGB auf gesetze-im-internet.de (abgerufen 23.10.2026) unverändert in NFRD-Fassung (kapitalmarktorientiert, > 500 Arbeitnehmer); buzer.de-Änderungshistorie HGB ohne CSRD-Umsetzungsgesetz; letzte Sekundärquellen (Haufe, Ebner Stolz) bestätigen ausstehende Verabschiedung. § 334 Abs. 1 Nr. 3/4 HGB sanktioniert Inhaltsverstöße gegen §§ 289c ff./315c, nennt Art. 8 VO 2020/852 aber nicht → Aussage „Bußgeld nach § 334 HGB“ entfernt und durch vorsichtige Formulierung ersetzt. | change_type=factcheck field="kernfakten.sanktionen" old="Durchsetzung über CSRD/Bilanzrecht → national (DE: §§ 289b ff., 315b ff. HGB; Bußgeld § 334 HGB)" new="kein eigener Bußgeldrahmen; DE: § 334 HGB enthält keinen ausdrücklichen Tatbestand für Art. 8; CSRD-UG nicht verkündet" reviewed_by="Claude (Freigabe-Aufholer 23.10.2026)"
- 2026-10-23: Delegierte VO (EU) 2026/73 gegen Volltext (CELEX:32026R0073, Art. 4 sowie neu eingefügter Art. 2 Abs. 1a–1d DelVO 2021/2178) präzisiert: 10-%-Schwelle als Option („können … absehen“), kumuliert je KPI-Nenner, gesonderter Ausweis als nicht wesentlich; Geltung ab 1.1.2026 mit Wahlrecht Altfassung für GJ 2025. Zeitangaben Umweltziele an Art. 27 Abs. 2 VO 2020/852 angeglichen (Complementary Climate DA betrifft Ziele a/b, nicht c–f). | change_type=factcheck field="body.delvo_2026_73_und_art27" old="Tätigkeiten < 10 % müssen nicht mehr geprüft und gemeldet werden; c–f seit 1.1.2023 bzw. 2024 (Complementary Climate DA und Environmental DA)" new="Tätigkeiten < 10 % können von der Bewertung ausgenommen werden (gesonderter Ausweis); Art. 27 Abs. 2: a/b ab 1.1.2022, c–f ab 1.1.2023; Environmental DA ab 1.1.2024" reviewed_by="Claude (Freigabe-Aufholer 23.10.2026)"
- 2026-10-23: Freigabe nach Klärung der offenen Punkte vom 18.10.2026 (Primärquellen: CELEX:32020R0852, CELEX:32026L0470, CELEX:32026R0073, §§ 289b, 315b, 334 HGB). | change_type=factcheck field="factcheck_status" old="stale" new="ok" reviewed_by="Claude (Freigabe-Aufholer 23.10.2026)"

## Stand

- Stand: 2026-10-23
- Gültig ab: 2020-07-12 (Inkrafttreten der Verordnung; Umweltziele a/b seit 1.1.2022, c–f seit 1.1.2023)
- Status: aktuell
- Quellenautorität: A (EUR-Lex, Europäische Kommission)
- Lizenz: CC BY 4.0
- Hinweis: Art. 8, Art. 27 VO 2020/852, RL (EU) 2026/470 und DelVO (EU) 2026/73 am 23.10.2026 gegen die Amtsblatt-Volltexte abgeglichen. Deutsche CSRD-Umsetzung stand an diesem Tag noch aus – nach Verkündung des CSRD-Umsetzungsgesetzes sind Pflichtenkreis und Sanktionsaussagen neu zu prüfen.

## Quellen

- Verordnung (EU) 2020/852 (Taxonomie-Verordnung) – Volltext, DE (EUR-Lex):
  https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/HTML/?uri=CELEX:32020R0852
- Verordnung (EU) 2020/852 – ELI-Fassung, DE (EUR-Lex):
  https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2020/852/oj?locale=de
- Europäische Kommission (DG FISMA) – Taxonomy Regulation, Übersicht der delegierten/Durchführungsrechtsakte (Stand 17.03.2026):
  https://finance.ec.europa.eu/regulation-and-supervision/financial-services-legislation/implementing-and-delegated-acts/taxonomy-regulation_en
- Delegierte VO (EU) 2021/2139 (Climate Delegated Act) (EUR-Lex):
  https://eur-lex.europa.eu/legal-content/EN/TXT/?uri=CELEX:32021R2139
- Delegierte VO (EU) 2021/2178 (Disclosures Delegated Act, Art. 8) (EUR-Lex):
  https://eur-lex.europa.eu/legal-content/EN/TXT/?uri=CELEX:32021R2178
- Delegierte VO (EU) 2022/1214 (Complementary Climate Delegated Act – Gas/Kernenergie) (EUR-Lex):
  https://eur-lex.europa.eu/legal-content/EN/TXT/?uri=CELEX:32022R1214
- Delegierte VO (EU) 2023/2486 (Environmental Delegated Act) (EUR-Lex):
  https://eur-lex.europa.eu/legal-content/EN/TXT/?uri=CELEX:32023R2486
- Delegierte VO (EU) 2026/73 (Omnibus-Vereinfachung, Wesentlichkeitsschwelle) (EUR-Lex):
  https://eur-lex.europa.eu/legal-content/en/TXT/?uri=CELEX:32026R0073
- Europäische Kommission – EU Taxonomy Navigator / Compass (Praxistool):
  https://ec.europa.eu/sustainable-finance-taxonomy/
- Richtlinie (EU) 2026/470 (Omnibus I – Nachhaltigkeitsberichterstattung/Sorgfaltspflichten), ABl. L 2026/470 vom 26.02.2026 (EUR-Lex, CELEX:32026L0470):
  https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/?uri=CELEX:32026L0470
- Deutschland (geltendes Recht, NFRD-Fassung) – § 289b HGB, § 315b HGB, § 334 HGB (gesetze-im-internet.de, abgerufen 23.10.2026):
  https://www.gesetze-im-internet.de/hgb/__289b.html

## Stand

- Letzte Änderung: 2026-10-23
- Letzte Prüfung: 2026-10-23
- In Kraft seit: 2020-07-12
- Status: In Kraft
- Quellen-Autorität: A
- Lizenz: CC BY 4.0
