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title: "Führerschein-Probezeit 2026 – 2 Jahre, A-/B-Verstöße, Aufbauseminar (§ 2a StVG, FeV)"
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# Führerschein-Probezeit 2026 – 2 Jahre, A-/B-Verstöße, Aufbauseminar (§ 2a StVG, FeV)

## Kurzantwort

Wer **zum ersten Mal** eine Fahrerlaubnis erwirbt, erhält sie nach **§ 2a Abs. 1 StVG** zunächst **auf Probe**. Die **Probezeit dauert zwei Jahre** ab dem Tag der Erteilung. Wer in dieser Zeit auffällig wird, durchläuft ein gestuftes Maßnahmensystem: Bei einer **schwerwiegenden (A-)** oder **zwei weniger schwerwiegenden (B-)Zuwiderhandlungen** ordnet die Fahrerlaubnisbehörde die Teilnahme an einem **Aufbauseminar** an und **verlängert die Probezeit um zwei Jahre** (auf insgesamt vier). Bei weiteren Verstößen folgen eine **schriftliche Verwarnung** mit Empfehlung zur verkehrspsychologischen Beratung und schließlich die **Entziehung der Fahrerlaubnis** (§ 2a Abs. 2 StVG). Für Fahranfänger gilt zusätzlich das **absolute Alkohol- und Cannabisverbot (0,0 ‰)** nach § 24c StVG.

## Kernfakten

| Punkt | Wert |
|---|---|
| Merkmal | Regelung |
| Dauer der Probezeit | 2 Jahre ab Erteilung (§ 2a Abs. 1 StVG) |
| Gilt nicht für | Klassen AM, L und T (§ 32 Satz 1 FeV) |
| Auslöser 1. Stufe | 1 A-Verstoß oder 2 B-Verstöße |
| 1. Stufe | Aufbauseminar + Probezeit +2 Jahre (→ 4 Jahre) |
| 2. Stufe | Schriftliche Verwarnung + Empfehlung verkehrspsychologische Beratung |
| 3. Stufe | Entziehung der Fahrerlaubnis |
| Neuerteilung nach Entziehung | nur mit Nachweis Aufbauseminar; nach Entziehung gem. § 2a Abs. 2 Satz 1 Nr. 3 frühestens nach 3 Monaten (§ 2a Abs. 5 StVG) |
| Alkohol/Cannabis | 0,0 ‰ / kein THC nach § 24c StVG (A-Verstoß) |

## Wer hat eine Probezeit – und wie lange?

Nach **§ 2a Abs. 1 StVG** wird die Fahrerlaubnis bei **erstmaligem Erwerb** auf Probe erteilt; die **Probezeit beträgt zwei Jahre** und beginnt mit dem Tag der Erteilung. Sie gilt **nicht** bei einer Fahrerlaubnis der Klassen **AM, L und T** (Kleinkrafträder, land- und forstwirtschaftliche Fahrzeuge; § 32 Satz 1 FeV). Wird eine solche Fahrerlaubnis erstmals auf eine andere Klasse erweitert, wird die neue Klasse auf Probe erteilt (§ 32 Satz 2 FeV).

Wird während einer laufenden Probezeit eine **weitere Fahrerlaubnisklasse** erworben, beginnt keine neue Probezeit – es läuft die **Restprobezeit** weiter. Nach Ablauf der zwei (bzw. vier) Jahre endet die Probezeit **automatisch**; es ist kein Antrag und keine erneute Prüfung nötig.

## Das Stufensystem nach § 2a Abs. 2 StVG

Maßgeblich ist, ob der Fahranfänger eine **schwerwiegende (A-)** oder **weniger schwerwiegende (B-)Zuwiderhandlung** begeht. Die Einordnung ergibt sich abschließend aus **Anlage 12 zur FeV**.

**1. Stufe – Aufbauseminar und Probezeitverlängerung.** Bei **einer A-Zuwiderhandlung** oder **zwei B-Zuwiderhandlungen** ordnet die Fahrerlaubnisbehörde die Teilnahme an einem **Aufbauseminar** an (§ 2a Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 StVG). Zugleich **verlängert sich die Probezeit um zwei Jahre** (§ 2a Abs. 2a Nr. 1 StVG) – aus zwei werden also vier Jahre. Wird das angeordnete Seminar nicht fristgerecht besucht, wird die Fahrerlaubnis entzogen.

**2. Stufe – Verwarnung und Beratung.** Begeht der Fahranfänger **nach** dem Aufbauseminar innerhalb der Probezeit erneut eine A- oder zwei B-Zuwiderhandlungen, wird er **schriftlich verwarnt** und erhält die **Empfehlung**, innerhalb von zwei Monaten an einer **verkehrspsychologischen Beratung** teilzunehmen (§ 2a Abs. 2 Satz 1 Nr. 2 StVG). Die Beratung ist freiwillig; sie soll dem Betroffenen helfen, Mängel in seiner Einstellung zum Fahren zu erkennen (§ 2a Abs. 7 StVG; Anerkennung der Berater: § 71 FeV).

**3. Stufe – Entziehung.** Kommt es danach **erneut** zu einer A- oder zwei B-Zuwiderhandlungen, ist die Fahrerlaubnis zu **entziehen** (§ 2a Abs. 2 Satz 1 Nr. 3 StVG).

## Was ist ein A-Verstoß, was ein B-Verstoß?

Die vollständige Zuordnung steht in **Anlage 12 zur FeV**. Grob gilt:

Zu den **schwerwiegenden (A-)Zuwiderhandlungen** zählen unter anderem das **Fahren ohne Fahrerlaubnis**, trotz **Fahrverbots** oder trotz Verwahrung des Führerscheins, Verstöße gegen das **Alkohol- und Cannabisverbot** (§ 24a und § 24c StVG) sowie Verstöße gegen die in Anlage 12 Abschnitt A Nr. 2.1 genannten StVO-Vorschriften – etwa **Geschwindigkeitsüberschreitungen**, **Rotlichtverstöße**, **zu geringer Abstand**, verbotswidriges Überholen und die **verbotswidrige Nutzung elektronischer Geräte (Handy, § 23 Abs. 1a StVO)** – und Straftaten wie **Gefährdung des Straßenverkehrs (§ 315c StGB)**, **Trunkenheit im Verkehr (§ 316 StGB)** und **unerlaubtes Entfernen vom Unfallort (§ 142 StGB)**. Bei fahrlässiger Tötung oder Körperverletzung richtet sich die Einstufung nach dem zugrunde liegenden Verkehrsverstoß.

**Weniger schwerwiegende (B-)Zuwiderhandlungen** sind alle übrigen eintragungspflichtigen Ordnungswidrigkeiten nach § 24 Abs. 1 StVG, soweit sie nicht in Abschnitt A aufgeführt sind, sowie u. a. der **Kennzeichenmissbrauch (§ 22 StVG)** und sonstige nicht in Abschnitt A genannte Verkehrsstraftaten (Anlage 12 Abschnitt B FeV). Erst **zwei** B-Verstöße lösen dieselbe Maßnahme aus wie **ein** A-Verstoß.

## 0,0 ‰: Alkohol- und Cannabisverbot in der Probezeit

Für Fahranfänger in der Probezeit und für alle **unter 21 Jahren** gilt nach **§ 24c StVG** ein **absolutes Alkohol- und Cannabisverbot (0,0 ‰)**. Ein Verstoß wird nach dem amtlichen Bußgeldkatalog (Nr. 243b BKat) mit **250 Euro Bußgeld und 1 Punkt** geahndet und ist zugleich eine **A-Zuwiderhandlung** – er löst also Aufbauseminar und Probezeitverlängerung aus. Die allgemeinen Promillegrenzen (0,5 ‰ als Ordnungswidrigkeit, ab 1,1 ‰ Straftat) gelten daneben unverändert.

## Nach der Entziehung: Neuerteilung

Wird die Fahrerlaubnis in der Probezeit entzogen, darf sie **frühestens drei Monate** nach Wirksamwerden der Entziehung neu erteilt werden (§ 2a Abs. 5 StVG). Eine neue Fahrerlaubnis wird nur erteilt, wenn die Teilnahme an einem **Aufbauseminar** nachgewiesen ist (§ 2a Abs. 5 StVG); mit der Neuerteilung beginnt eine neue Probezeit im Umfang der Restdauer der vorherigen (§ 2a Abs. 1 Satz 7 StVG). Begeht der Fahranfänger in dieser neuen Probezeit erneut eine A- oder zwei B-Zuwiderhandlungen, ordnet die Behörde in der Regel ein Fahreignungsgutachten (MPU) an. Bei einer Entziehung wegen Alkohol- oder Drogenauffälligkeit kann zusätzlich eine **medizinisch-psychologische Untersuchung (MPU)** verlangt werden.

## Siehe auch

- [Promillegrenzen & Alkohol am Steuer](/fakten/alkohol-am-steuer-promillegrenzen.html)
- [Fahreignungsregister – Punkte in Flensburg](/fakten/fahreignungsregister-punkte-flensburg.html)
- [Fahrverbot vs. Entziehung der Fahrerlaubnis](/fakten/fahrverbot-vs-fahrerlaubnisentzug.html)
- [Führerschein-Wiedererteilung](/fakten/fuehrerschein-wiedererteilung.html)
- [MPU – Anordnung und Voraussetzungen](/fakten/mpu-anordnung-voraussetzungen.html)

























## Quellen

- § 2a StVG (Fahrerlaubnis auf Probe – Probezeit, Maßnahmen, Neuerteilung): https://www.gesetze-im-internet.de/stvg/__2a.html [A]
- § 24c StVG (Alkohol- und Cannabisverbot für Fahranfänger und Fahranfängerinnen): https://www.gesetze-im-internet.de/stvg/__24c.html [A]
- Anlage 12 FeV (schwerwiegende und weniger schwerwiegende Zuwiderhandlungen): https://www.gesetze-im-internet.de/fev_2010/anlage_12.html [A]
- § 71 FeV / § 2a Abs. 7 StVG (verkehrspsychologische Beratung): https://www.gesetze-im-internet.de/fev_2010/__71.html [A]
- § 32 FeV (Ausnahmen von der Probezeit): https://www.gesetze-im-internet.de/fev_2010/__32.html [A]
- Kraftfahrt-Bundesamt – Alkoholverbot für Fahranfänger (§ 24c StVG, Punktekatalog): https://www.kba.de/DE/Themen/ZentraleRegister/FAER/Punktekatalog/alkoholverbot_fahranfaenger.html [A]

## Änderungsverlauf

- 2026-07-15: Erstveröffentlichung der Faktenseite, alle Quellen-URLs gegen amtliche Stellen gegengeprüft, Frontmatter-Felder gesetzt (legal_status, authority_level, wikidata_subjects). | change_type=initial_publication field="topic_lifecycle" new="published" reviewed_by="Andreas Warkentin"
- 2026-10-14: Faktencheck (Status war stale). Geprüft: § 2a StVG (Stand letzte Änderung 12.05.2026), § 24c StVG, § 32 FeV, Anlage 12 FeV (FeV-Stand 12.08.2026), Nr. 243b BKat gegen lxgesetze.de/lexmea.de/buzer.de (Spiegel gesetze-im-internet.de); Führerscheinreform (Kabinett 20.05.2026, Inkrafttreten frühestens 2027, Probezeit nicht betroffen) und RL (EU) 2025/2205 (noch nicht umgesetzt) ohne Auswirkung auf geltende Probezeitregeln. Korrekturen: AM/L/T-Ausnahme § 2a Abs. 1 Satz 2 StVG -> § 32 FeV; Handy (§ 23 Abs. 1a StVO) B-Verstoß -> A-Verstoß (Anlage 12 A 2.1); BKat Nr. 243 -> 243b; § 4a FeV -> § 71 FeV; Neuerteilung "in der Regel erneut Aufbauseminar angeordnet" -> Nachweis Aufbauseminar als Voraussetzung, Restprobezeit, MPU bei erneuter Auffälligkeit (§ 2a Abs. 1 S. 7, Abs. 5 StVG). valid_from 1999-01-01 nicht geändert (kein belastbarer Beleg für alternatives Datum; FeV 1998 inzwischen durch FeV 2010 ersetzt, Fahrerlaubnis auf Probe älter – Hinweis offen). | change_type=factcheck field="factcheck_status" old="stale" new="ok" reviewed_by="Claude (Freigabe-Aufholer 14.10.2026)"
## Stand

- Stand: 2026-07-15
- Gültig ab: 1999-01-01 (Fahrerlaubnis auf Probe, § 2a StVG i.V.m. FeV)
- Status: aktuell
- Quellenautorität: A (StVG, FeV – gesetze-im-internet.de; Kraftfahrt-Bundesamt)
- Lizenz: CC BY 4.0

## Stand

- Letzte Änderung: 2026-10-14
- Letzte Prüfung: 2026-10-14
- In Kraft seit: 1999-01-01
- Status: In Kraft
- Quellen-Autorität: A
- Lizenz: CC BY 4.0
