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title: "Gerichtskosten & Streitwert im Zivilprozess (GKG)"
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# Gerichtskosten & Streitwert im Zivilprozess (GKG)

## Kurzantwort

Die **Gerichtskosten** einer Zivilklage richten sich nach dem **Streitwert** – dem Wert des Streitgegenstands (§ 3 Abs. 1 GKG). Aus dem Streitwert ergibt sich über die **Gebührentabelle** in § 34 GKG (mit **Anlage 2**) zunächst eine **einfache Gebühr (1,0)**: bei einem Streitwert bis 500 € sind das **40 €**, bei 5.000 € **170,50 €**, bei 10.000 € **283 €** (Fassung seit **1. Juni 2025**). Für ein erstinstanzliches Klageverfahren fällt eine **3,0-Verfahrensgebühr** an (Nr. 1210 KV GKG) – bei 5.000 € Streitwert also **511,50 €**. Diese Gebühr ist als **Vorschuss** einzuzahlen; die Klage wird grundsätzlich erst **nach Zahlung** zugestellt (§ 12 Abs. 1 GKG). Endet der Prozess ohne streitiges Urteil (z. B. Klagerücknahme, Vergleich, Anerkenntnis), **ermäßigt** sich die Gebühr auf **1,0** (Nr. 1211 KV GKG). Das **Kostenrisiko** trägt am Ende grundsätzlich die **unterliegende Partei** (§ 91 ZPO); hinzu kommen die **Anwaltskosten** nach dem RVG.

## Kernfakten

| Punkt | Wert |
|---|---|
| Bemessungsgrundlage | Streitwert = Wert des Streitgegenstands (§ 3 Abs. 1 GKG) |
| Einfache Gebühr (1,0) bis 500 € | 40 € (§ 34 Abs. 1 GKG) |
| Mindestgebühr | 15 € (§ 34 Abs. 2 GKG) |
| Gebührentabelle | Anlage 2 zu § 34 GKG (1,0-Gebühr für Streitwerte bis 500.000 €) |
| Erstinstanzliches Klageverfahren | 3,0-Verfahrensgebühr (Nr. 1210 KV GKG, Anlage 1) |
| Ermäßigung | auf 1,0 bei Beendigung des gesamten Verfahrens ohne streitiges Urteil – Klagerücknahme (je nach Zeitpunkt), Anerkenntnis-/Verzichtsurteil, gerichtlicher Vergleich, übereinstimmende Erledigungserklärung unter den Voraussetzungen der Nr. 1211 KV GKG |
| Fälligkeit | Verfahrensgebühr wird mit Einreichung der Klage fällig (§ 6 Abs. 1 Nr. 1 GKG) |
| Vorschuss | Klage wird grundsätzlich erst nach Zahlung des Gebührenvorschusses zugestellt (§ 12 Abs. 1 GKG) |
| Streitwert-Ermittlung | für bürgerliche Rechtsstreitigkeiten gelten §§ 3–9 ZPO (§ 48 Abs. 1 GKG); freies gerichtliches Ermessen (§ 3 ZPO) |
| Nebenforderungen | Zinsen und Kosten bleiben bei der Wertberechnung unberücksichtigt (§ 43 GKG, § 4 ZPO) |
| Wertfestsetzung | durch das Gericht – vorläufig bei Einreichung, endgültig nach Erledigung (§ 63 GKG) |
| Kostentragung | unterliegende Partei trägt die Kosten (§ 91 ZPO), Quotelung bei Teilobsiegen (§ 92 ZPO) |
| Höhere Instanzen | Berufung 4,0 (Nr. 1220 KV GKG), Revision 5,0 (Nr. 1230 KV GKG) |
| Rechtsstand | Gebührentabelle neu gefasst zum 1. Juni 2025 (KostBRÄG 2025, BGBl. I Nr. 109) |

## Wovon die Gerichtskosten abhängen: der Streitwert (§ 3 GKG)

Die zentrale Stellschraube für die Gerichtskosten ist der **Streitwert**. Nach § 3 Abs. 1 GKG richten sich die **Gebühren nach dem Wert des Streitgegenstands** (Wertgebühren), soweit nichts anderes bestimmt ist. Nur ein Teil der Kosten – etwa **Auslagen** und einzelne **Festgebühren** – wird nicht nach dem Wert, sondern nach dem **Kostenverzeichnis** (Anlage 1 zum GKG) erhoben (§ 3 Abs. 2 GKG).

Wie hoch der Streitwert ist, bestimmt sich bei **bürgerlichen Rechtsstreitigkeiten** nach den **§§ 3 bis 9 ZPO** (§ 48 Abs. 1 GKG). Bei einer bezifferten Geldforderung entspricht der Streitwert der eingeklagten Summe. Ist der Anspruch nicht auf Geld gerichtet, setzt das Gericht den Wert **nach freiem Ermessen** fest (§ 3 ZPO). Wichtige Sonderregeln:

- **Mehrere Ansprüche** in einer Klage werden **zusammengerechnet** (§ 5 ZPO).
- **Zinsen, Früchte, Nutzungen und Kosten** als **Nebenforderungen** bleiben unberücksichtigt (§ 4 ZPO, § 43 GKG). Wer 10.000 € Hauptforderung plus Zinsen einklagt, hat einen Streitwert von 10.000 € – nicht mehr.
- Bei **wiederkehrenden Leistungen** (z. B. Renten) gilt regelmäßig der **3,5-fache Jahreswert** (§ 9 ZPO); für Miet- und Pachtverhältnisse gelten die Sonderregeln des § 41 GKG.

Das **Gericht setzt den Streitwert fest** – zunächst vorläufig bei Einreichung der Klage (für die Vorschussberechnung), endgültig nach Erledigung des Verfahrens (§ 63 GKG). Gegen die Wertfestsetzung ist unter den Voraussetzungen des § 68 GKG die **Beschwerde** möglich.

## Von der Wertgebühr zur Verfahrensgebühr (§ 34 GKG, Anlage 1 und 2)

Aus dem Streitwert wird über § 34 GKG die **einfache Gebühr (1,0)** abgeleitet. Bei einem Streitwert **bis 500 €** beträgt sie **40 €**; darüber steigt sie stufenweise an (Mindestbetrag jeder Gebühr: **15 €**, § 34 Abs. 2 GKG). Die vollständige **1,0-Gebühr** für Streitwerte bis 500.000 € ist als **Anlage 2** zum Gesetz abgedruckt.

Die tatsächlich anfallenden Gerichtsgebühren sind ein **Vielfaches** dieser 1,0-Gebühr. Welcher **Gebührensatz** gilt, ergibt sich aus dem **Kostenverzeichnis** (Anlage 1 zum GKG). Für das **allgemeine erstinstanzliche Verfahren** vor den Zivilgerichten fällt eine **3,0-Verfahrensgebühr** an (Nr. 1210 KV GKG). Beispielrechnung (Stand seit 1. Juni 2025):

| Streitwert | 1,0-Gebühr (Anlage 2) | Gerichtskosten erste Instanz (3,0) |
|---|---|---|
| 2.000 € | 103,00 € | 309,00 € |
| 5.000 € | 170,50 € | 511,50 € |
| 10.000 € | 283,00 € | 849,00 € |
| 25.000 € | 435,50 € | 1.306,50 € |
| 50.000 € | 638,00 € | 1.914,00 € |

In höheren Instanzen sind die Sätze höher: Die **Berufung** kostet eine **4,0-Verfahrensgebühr** (Nr. 1220 KV GKG), die **Revision** eine **5,0-Gebühr** (Nr. 1230 KV GKG).

## Ermäßigung: Wenn der Prozess früh endet (Nr. 1211 KV GKG)

Die 3,0-Verfahrensgebühr fällt in voller Höhe an, wenn das Verfahren mit einem **streitigen Urteil** endet. Wird der Rechtsstreit dagegen **vorzeitig ohne streitiges Urteil beendet**, **ermäßigt** sich die Gebühr auf **1,0** (Nr. 1211 KV GKG). Das gilt insbesondere bei

- **Klagerücknahme** (die Ermäßigung hängt vom Zeitpunkt ab, etwa vor Schluss der mündlichen Verhandlung),
- **Anerkenntnis- oder Verzichtsurteil** (auch Urteil ohne Tatbestand und Entscheidungsgründe nach § 313a Abs. 2 ZPO),
- **gerichtlichem Vergleich** und
- übereinstimmender **Erledigungserklärung** nach § 91a ZPO, wenn keine Kostenentscheidung ergeht oder diese einer zuvor mitgeteilten Einigung folgt.

Ein bloßes **Versäumnisurteil** löst die Ermäßigung nicht aus; nur die Klagerücknahme im Verfahren nach § 331 Abs. 3 ZPO ist in Nr. 1211 KV GKG erfasst. Die Ermäßigung entfällt, wenn zuvor ein anderes (streitiges) Urteil ergangen ist.

Ein früher Vergleich reduziert damit die Gerichtskosten erheblich – aus einer 3,0- wird eine 1,0-Gebühr. Bei 5.000 € Streitwert fallen dann statt 511,50 € nur 170,50 € Gerichtsgebühr an. Zusätzlich kann eine **gerichtliche Einigung** die weiteren Kosten dämpfen.

## Fälligkeit und Vorschuss (§ 6, § 12 GKG)

Die **Verfahrensgebühr** wird bereits mit der **Einreichung der Klageschrift** fällig (§ 6 Abs. 1 Nr. 1 GKG). In bürgerlichen Rechtsstreitigkeiten wird die Klage grundsätzlich **erst zugestellt, nachdem der Kläger den Gebührenvorschuss gezahlt hat** (§ 12 Abs. 1 GKG). Wer klagt, muss die vollen 3,0-Gerichtsgebühren also **vorschießen**, bevor das Verfahren in Gang kommt – auch wenn er am Ende obsiegt und die Kosten letztlich der Gegner trägt. Zahlt der Kläger den Vorschuss nicht, unterbleibt die Zustellung; das kann für die Wahrung von Fristen und die Hemmung der Verjährung bedeutsam sein.

## Das Kostenrisiko: Wer zahlt am Ende? (§ 91 ZPO)

Die Gerichtskosten sind nur ein Teil des **Kostenrisikos**. Am Ende des Prozesses entscheidet das Gericht über die **Kostentragung**: Grundsätzlich trägt die **unterliegende Partei** die **Kosten des Rechtsstreits** (§ 91 Abs. 1 ZPO). Dazu gehören neben den Gerichtskosten auch die **außergerichtlichen Kosten** – vor allem die **Anwaltsgebühren** beider Seiten nach dem **RVG** (deren Höhe sich ebenfalls nach dem Streitwert als Gegenstandswert richtet). Bei **teilweisem Obsiegen** werden die Kosten **quotal** verteilt (§ 92 ZPO).

Das reale Kostenrisiko liegt daher deutlich über der reinen Gerichtsgebühr: Bei 5.000 € Streitwert summieren sich Gerichtskosten und beidseitige Anwaltskosten auf einen **deutlich vierstelligen Betrag**, den im schlimmsten Fall die unterliegende Partei vollständig trägt. Wer die Verfahrenskosten nicht aufbringen kann, kann **Prozesskostenhilfe** beantragen (§§ 114 ff. ZPO – eigenes Thema).

## Häufige Fehler

- **„Die Gerichtskosten sind ein fester Betrag."** Nein. Sie hängen vom **Streitwert** ab und steigen mit ihm (§ 3 GKG, § 34 GKG). Ein höherer Streitwert bedeutet höhere Gerichts- und Anwaltskosten.
- **„Zinsen erhöhen den Streitwert."** Nicht als Nebenforderung. Zinsen und Kosten bleiben bei der Wertberechnung außer Betracht (§ 4 ZPO, § 43 GKG) – maßgeblich ist die Hauptforderung.
- **„Ich muss erst zahlen, wenn ich verliere."** Falsch. Der Kläger muss die 3,0-Verfahrensgebühr als **Vorschuss** einzahlen, bevor die Klage überhaupt zugestellt wird (§ 12 Abs. 1 GKG).
- **„Ein Vergleich ändert an den Gerichtskosten nichts."** Doch. Endet das Verfahren ohne streitiges Urteil (z. B. durch Vergleich oder Klagerücknahme), ermäßigt sich die Verfahrensgebühr von 3,0 auf **1,0** (Nr. 1211 KV GKG).
- **„Gerichtskosten sind mein einziges Kostenrisiko."** Nein. Die unterliegende Partei trägt zusätzlich die **Anwaltskosten beider Seiten** nach dem RVG (§ 91 ZPO) – das ist meist der größere Posten.

## Siehe auch

- [Klageerhebung im Zivilprozess (§§ 253 ff. ZPO)](https://nexvyra.de/fakten/klageerhebung-zivilprozess-253-zpo.html)
- [Gerichtliches Mahnverfahren (§§ 688 ff. ZPO)](https://nexvyra.de/fakten/gerichtliches-mahnverfahren-688-zpo.html)
- [Verjährung von Forderungen (§§ 195, 199 BGB)](https://nexvyra.de/fakten/verjaehrung-forderungen-195-199-bgb.html)
- [Verzug & Verzugszinsen (§§ 286, 288 BGB)](https://nexvyra.de/fakten/verzug-verzugszinsen-288-bgb.html)



















## Änderungsverlauf

- 2026-07-18: Erstveröffentlichung der Faktenseite, alle Quellen-URLs gegen amtliche Stellen gegengeprüft, Frontmatter-Felder gesetzt (legal_status, authority_level, wikidata_subjects). | change_type=initial_publication field="topic_lifecycle" new="published" reviewed_by="Andreas Warkentin"
- 2026-10-17: Faktencheck (Status war stale). Gegen dejure.org geprüft und bestätigt: § 34 Abs. 1 GKG (40 € bis 500 €), § 34 Abs. 2 (Mindestgebühr 15 €), Fassung durch KostBRÄG 2025 vom 07.04.2025 (BGBl. 2025 I Nr. 109), in Kraft 01.06.2025; Anlage 2 (1,0-Gebühr 2.000 € = 103,00; 5.000 € = 170,50; 10.000 € = 283,00; 25.000 € = 435,50; 50.000 € = 638,00); KV Nr. 1210 (3,0), 1211 (1,0), 1220 (4,0), 1230 (5,0). Korrigiert: Nr. 1211 KV GKG nennt das Versäumnisurteil nicht als Ermäßigungsgrund (nur Klagerücknahme im Verfahren nach § 331 Abs. 3 ZPO); Erledigungserklärung nur unter den Voraussetzungen der Nr. 1211. Kernfakten-Zeile und Abschnitt „Ermäßigung“ angepasst. Nicht erneut am Wortlaut geprüft: §§ 3, 6, 12, 43, 48, 63, 68 GKG sowie §§ 3–9, 91, 92 ZPO (unverändert aus Erstveröffentlichung). | change_type=factcheck field="body" old="Versäumnisurteil als Ermäßigungsgrund (Nr. 1211)" new="Versäumnisurteil entfernt, Erledigung präzisiert" reviewed_by="Claude (Freigabe-Aufholer 17.10.2026)"

## Stand

- Stand: 2026-07-18
- Status: aktuell (geltendes Recht; GKG i. d. F. seit 01.06.2025)
- Quellenautorität: A
- Lizenz: CC BY 4.0

## Quellen

- § 3 GKG – Höhe der Kosten (Wertgebühren nach dem Streitwert; Auslagen/Festgebühren nach Anlage 1):
  https://www.gesetze-im-internet.de/gkg_2004/__3.html
- § 6 GKG – Fälligkeit der Gebühren (Verfahrensgebühr mit Einreichung der Klage):
  https://www.gesetze-im-internet.de/gkg_2004/__6.html
- § 12 GKG – Zustellung der Klage nur nach Zahlung des Gebührenvorschusses:
  https://www.gesetze-im-internet.de/gkg_2004/__12.html
- § 34 GKG – Wertgebühren (bis 500 € = 40 €; Mindestbetrag 15 €; Fassung seit 01.06.2025):
  https://www.gesetze-im-internet.de/gkg_2004/__34.html
- GKG Anlage 2 (zu § 34) – Gebührentabelle (1,0-Gebühr für Streitwerte bis 500.000 €):
  https://www.gesetze-im-internet.de/gkg_2004/anlage_2.html
- GKG Anlage 1 (Kostenverzeichnis) – Nr. 1210 (Verfahrensgebühr 3,0), Nr. 1211 (Ermäßigung 1,0), Nr. 1220/1230 (Berufung/Revision):
  https://www.gesetze-im-internet.de/gkg_2004/anlage_1.html
- § 43 GKG – Nebenforderungen (Zinsen und Kosten bleiben unberücksichtigt):
  https://www.gesetze-im-internet.de/gkg_2004/__43.html
- § 48 GKG – Bürgerliche Rechtsstreitigkeiten (Verweis auf §§ 3–9 ZPO):
  https://www.gesetze-im-internet.de/gkg_2004/__48.html
- § 63 GKG – Wertfestsetzung für die Gerichtsgebühren:
  https://www.gesetze-im-internet.de/gkg_2004/__63.html
- § 3 ZPO – Wertfestsetzung nach freiem Ermessen:
  https://www.gesetze-im-internet.de/zpo/__3.html
- § 4 ZPO – Wertberechnung; Nichtberücksichtigung von Nebenforderungen:
  https://www.gesetze-im-internet.de/zpo/__4.html
- § 5 ZPO – Zusammenrechnung mehrerer Ansprüche:
  https://www.gesetze-im-internet.de/zpo/__5.html
- § 91 ZPO – Kostentragung der unterliegenden Partei:
  https://www.gesetze-im-internet.de/zpo/__91.html
- § 92 ZPO – Kostenverteilung bei teilweisem Obsiegen:
  https://www.gesetze-im-internet.de/zpo/__92.html
- § 34 GKG (dejure.org, Wortlaut + Änderungshistorie, Fassung ab 01.06.2025):
  https://dejure.org/gesetze/GKG/34.html
- GKG Anlage 2 (dejure.org, aktuelle Gebührentabelle):
  https://dejure.org/gesetze/GKG/Anlage_2.html

## Stand

- Letzte Änderung: 2026-10-17
- Letzte Prüfung: 2026-10-17
- In Kraft seit: 2025-06-01
- Status: In Kraft
- Quellen-Autorität: A
- Lizenz: CC BY 4.0
