{
    "slug": "karriere-anschreiben-gehaltsvorstellung",
    "titre": "Gehaltsvorstellung im Anschreiben – Brutto-Jahresgehalt, Spanne, Formulierung 2026",
    "domaine": "arbeitsrecht",
    "statut_juridique": "in_force",
    "niveau_autorite": "B",
    "description": "Die Gehaltsvorstellung wird im Anschreiben nur angegeben, wenn der Arbeitgeber sie ausdrücklich verlangt (typisch: „Bitte nennen Sie Ihre Gehaltsvorstellung…",
    "resume_court": "Die **Gehaltsvorstellung** wird im Anschreiben nur angegeben, **wenn der Arbeitgeber sie ausdrücklich verlangt** (typisch: „Bitte nennen Sie Ihre Gehaltsvorstellung und Ihren frühestmöglichen Eintrittstermin\u0022). Es gibt **keine gesetzliche Pflicht**, ein Wunschgehalt zu nennen — auch nicht, wenn danach gefragt wird; das Weglassen ist aber ein Risiko und kann als mangelnde Sorgfalt gewertet werden. Angegeben wird immer das **Brutto-Jahresgehalt** (nicht Monatsgehalt, nicht netto), platziert im **Schlussabsatz direkt vor der Grußformel**. Empfohlen wird eine **realistische Zahl oder Spanne**, gestützt auf Marktdaten — etwa den kostenlosen **Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit**. Untergrenze ist immer der **gesetzliche Mindestlohn** (seit 01.01.2026 **13,90 €/Stunde**, entspricht bei Vollzeit rund 28.900 € brutto/Jahr). Ein zu niedriges Angebot lässt sich später kaum korrigieren, ein zu hohes kann aussortieren — die Spanne signalisiert Verhandlungsbereitschaft.",
    "faits": [
        {
            "point": "Gesetzliche Pflicht zur Angabe",
            "valeur": "Nein — auch bei Nachfrage keine Rechtspflicht",
            "autorite": "B"
        },
        {
            "point": "Wann angeben",
            "valeur": "Nur wenn Arbeitgeber ausdrücklich danach fragt",
            "autorite": "B"
        },
        {
            "point": "Bezugsgröße",
            "valeur": "Brutto-Jahresgehalt (nicht Monat, nicht netto)",
            "autorite": "B"
        },
        {
            "point": "Position im Anschreiben",
            "valeur": "Schlussabsatz, direkt vor der Grußformel",
            "autorite": "B"
        },
        {
            "point": "Festbetrag oder Spanne",
            "valeur": "Spanne empfohlen (signalisiert Flexibilität)",
            "autorite": "B"
        },
        {
            "point": "Übliche Spannenbreite",
            "valeur": "ca. 10-15 % zwischen Unter- und Obergrenze",
            "autorite": "B"
        },
        {
            "point": "Untergrenze (gesetzlich)",
            "valeur": "Mindestlohn 13,90 €/h ab 01.01.2026 (2027: 14,60 €/h)",
            "autorite": "B"
        },
        {
            "point": "Mindestlohn Vollzeit (Richtwert)",
            "valeur": "≈ 28.900 € brutto/Jahr (13,90 € × ~2.080 h)",
            "autorite": "B"
        },
        {
            "point": "Amtliche Datenquelle",
            "valeur": "Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit (kostenlos)",
            "autorite": "B"
        },
        {
            "point": "Medianentgelt Vollzeit 2024",
            "valeur": "4.013 € brutto/Monat (Quelle: BA)",
            "autorite": "B"
        },
        {
            "point": "Diskriminierungsverbot",
            "valeur": "§§ 1, 7 AGG (keine Benachteiligung bei Vergütung)",
            "autorite": "B"
        },
        {
            "point": "Auskunftsrecht zu Vergütung",
            "valeur": "§ 10 EntgTranspG (Betriebe \u003E 200 Beschäftigte)",
            "autorite": "B"
        },
        {
            "point": "Verhandelbarkeit",
            "valeur": "Wunschgehalt ist unverbindlich, kein Vertragsangebot",
            "autorite": "B"
        },
        {
            "point": "Boni/Zulagen",
            "valeur": "Getrennt erwähnen oder als „Zielgehalt inkl. variabler Anteile\u0022",
            "autorite": "B"
        },
        {
            "point": "Netto-Angabe",
            "valeur": "Falsch — Arbeitgeber rechnen in Brutto",
            "autorite": "B"
        }
    ],
    "sources": [
        {
            "titre": "§ 1 MiLoG – Höhe des Mindestlohns",
            "url": "https://www.gesetze-im-internet.de/milog/__1.html",
            "autorite": "B"
        },
        {
            "titre": "BMAS – Mindestlohn steigt zum 1. Januar 2026 auf 13,90 Euro",
            "url": "https://www.bmas.de/DE/Service/Presse/Pressemitteilungen/2025/mindestlohn-steigt-zum-ersten-januar-2026.html",
            "autorite": "B"
        },
        {
            "titre": "§§ 1, 7 AGG – Benachteiligungsverbot",
            "url": "https://www.gesetze-im-internet.de/agg/",
            "autorite": "B"
        },
        {
            "titre": "§ 10 EntgTranspG – Individueller Auskunftsanspruch",
            "url": "https://www.gesetze-im-internet.de/entgtranspg/__10.html",
            "autorite": "B"
        },
        {
            "titre": "Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit",
            "url": "https://web.arbeitsagentur.de/entgeltatlas/",
            "autorite": "B"
        },
        {
            "titre": "Bundesagentur für Arbeit – Entgelte der Vollzeitbeschäftigten 2024 (Medianentgelt 4.013 €)",
            "url": "https://www.arbeitsagentur.de/presse/2025-32-entgelte-der-vollzeitbeschaeftigten-sind-im-jahr-2024-deutlich-gestiegen",
            "autorite": "B"
        },
        {
            "titre": "Bundesagentur für Arbeit – Bewerbung",
            "url": "https://www.arbeitsagentur.de/bildung/bewerbung",
            "autorite": "B"
        },
        {
            "titre": "§§ 145 ff. BGB – Antrag und Annahme (Vertragsschluss)",
            "url": "https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__145.html",
            "autorite": "B"
        }
    ],
    "faq": [
        {
            "question": "Was regelt Gehaltsvorstellung im Anschreiben – Brutto-Jahresgehalt, Spanne, Formulierung 2026?",
            "reponse": "Die Gehaltsvorstellung wird im Anschreiben nur angegeben, wenn der Arbeitgeber sie ausdrücklich verlangt (typisch: „Bitte nennen Sie Ihre Gehaltsvorstellung und Ihren frühestmöglichen Eintrittstermin\u0022). Es gibt keine gesetzliche Pflicht, ein Wunschgehalt zu nennen — auch nicht, wenn danach gefragt wird; das Weglassen ist aber ein Risiko und kann als mangelnde Sorgfalt gewertet werden."
        },
        {
            "question": "Für wen gilt Gehaltsvorstellung im Anschreiben?",
            "reponse": "Die Angabe einer Gehaltsvorstellung ist eine freiwillige Bewerbungsleistung ohne gesetzliche Grundlage. Kein Gesetz verpflichtet Bewerber, ein Wunschgehalt zu nennen; umgekehrt darf ein Arbeitgeber die Angabe im Stelleninserat erbitten. Wird sie verlangt und fehlt sie, ist die Bewerbung rechtlich wirksam, wirkt aber unvollständig."
        },
        {
            "question": "Welche häufigen Fehler gibt es bei Gehaltsvorstellung im Anschreiben?",
            "reponse": "„Ohne Aufforderung sollte man das Gehalt vorsorglich nennen.\u0022 Falsch — nur angeben, wenn ausdrücklich verlangt. Ungefragte Angaben engen unnötig ein. „Man muss das Wunschgehalt nennen, wenn danach gefragt wird.\u0022 Differenziert — eine Rechtspflicht besteht nicht, das Fehlen ist aber ein Bewerbungsnachteil. Es ist eine taktische, keine rechtliche Frage."
        }
    ],
    "wikidata": [
        "Q1816826",
        "Q160636"
    ],
    "valid_from": "2006-08-18",
    "valid_to": null,
    "derniere_revision": "2026-10-02",
    "derniere_verification": "2026-10-02",
    "statut_factcheck": "ok",
    "url": "https://nexvyra.de/fakten/karriere-anschreiben-gehaltsvorstellung"
}