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title: "Lebenslauf-Aufbau 2026 – Pflichtangaben, Reihenfolge, DSGVO-Foto"
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# Lebenslauf-Aufbau 2026 – Pflichtangaben, Reihenfolge, DSGVO-Foto

## Kurzantwort

Der **Lebenslauf** ist das Kerndokument jeder Bewerbung. Er fasst die berufliche und ausbildungsbezogene Laufbahn der Bewerberin oder des Bewerbers zusammen. **Rechtlich vorgeschrieben** ist keine Form — der Lebenslauf ist nach deutschem Recht **kein Vertragsdokument**. Aber: das **AGG (§§ 1, 7 AGG)** verbietet diskriminierende Pflichtangaben durch Arbeitgeber. **Foto, Familienstand, Religion und Geburtsdatum** sind **freiwillig** und dürfen vom Arbeitgeber nicht verlangt werden — die Praxis erwartet sie aber oft. Seit der DSGVO (25.05.2018) gelten **Datenminimierungs**-Regeln (Art. 5 Abs. 1 Buchst. c DSGVO): Arbeitgeber dürfen nur Daten verlangen, die für die Stellenbesetzung **erforderlich** sind. Empfohlene Standardstruktur 2026: tabellarisch, antichronologisch (aktuellste Stelle zuerst), 1-2 Seiten, ohne Foto wenn nicht ausdrücklich gewünscht.

## Kernfakten

| Punkt | Wert |
|---|---|
| Rechtlich vorgeschrieben | Keine Form (Lebenslauf ist Bewerberunterlage, kein Vertrag) |
| Diskriminierungsverbot Arbeitgeber | §§ 1, 7 AGG (Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz) |
| Datenschutz Bewerber | Art. 5 Abs. 1 Buchst. c DSGVO (Datenminimierung) |
| Empfohlene Länge | 1-2 Seiten, bei langjähriger Karriere max. 3 |
| Empfohlene Form | Tabellarisch, antichronologisch |
| Foto-Pflicht | Nein — freiwillig, kann weggelassen werden |
| Familienstand | Nicht verpflichtend [§ 8 AGG] |
| Religion | Darf NICHT erfragt werden [§ 1 AGG] |
| Geburtsdatum | Üblich, aber rechtlich nicht zwingend |
| Geburtsort | Praxis: häufig angegeben |
| Staatsangehörigkeit | Nicht zwingend — nur bei aufenthaltsrechtlich relevanten Stellen |
| Unterschrift | Üblich, nicht zwingend |
| Datum | Üblich, nicht zwingend |
| Empfohlene Schriftart | Sans-Serif, 10-12 pt (Arial, Calibri, Helvetica) |
| Tabellarisch vs. ausformuliert | Tabellarisch ist 2026 Standard |
| Anlagen-Reihenfolge | Anschreiben → Lebenslauf → Zeugnisse |
| Aufbewahrungspflicht bei Bewerberdaten | Max. 6 Monate nach Absage (Praxisfaustregel aus AGG-Fristen, § 15 Abs. 4, 5 AGG; keine feste gesetzliche Frist) |

## Geltungsbereich

Der Lebenslauf ist ein **freiwilliges Dokument** der Bewerberin oder des Bewerbers — kein gesetzlich vorgeschriebenes Format. **Inhalt und Form** bleiben ihm überlassen. Rechtlich relevant sind aber:

- **AGG (Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz)** verbietet Arbeitgebern, diskriminierende Auswahlentscheidungen zu treffen — was praktisch die Liste der **erlaubten Fragen** im Vorstellungsgespräch und implizit auch im Lebenslauf prägt.
- **DSGVO** (insbesondere Art. 5, Art. 6 Abs. 1 Buchst. f, § 26 BDSG) regelt, welche personenbezogenen Daten der Arbeitgeber speichern und verarbeiten darf.
- **§ 109 GewO** verpflichtet zur Erteilung eines Arbeitszeugnisses am Ende des Arbeitsverhältnisses — daher sind „Zeugnisse" als Anlagen praktisch Standard.

## Empfohlene Struktur 2026

```
PERSÖNLICHE DATEN
  Name, Adresse, Telefon, E-Mail
  (Geburtsdatum optional; Foto, Familienstand, Religion weglassen)

BERUFLICHE ERFAHRUNG (antichronologisch)
  Position - Unternehmen - Zeitraum
  ggf. 2-3 Bullet Points zu Aufgaben/Erfolgen

AUSBILDUNG (antichronologisch)
  Abschluss - Institution - Jahr

WEITERBILDUNG / ZERTIFIKATE
  Falls relevant

KENNTNISSE
  Sprachen, IT, Fachkenntnisse

EHRENAMT / WEITERES
  Falls für die Stelle relevant

ggf. Unterschrift und Datum
```

**Antichronologisch** heißt: die **aktuelle/letzte** Position zuerst, ältere Stationen danach. So sieht der Recruiter sofort den jüngsten Stand.

## Foto, Familienstand, Religion — was du weglassen kannst

**Foto.** Seit AGG-Inkrafttreten 2006 ist das Foto **rechtlich freiwillig**. Praktisch wird es in **Deutschland in 70-80 % der Bewerbungen** noch beigefügt — Erwartung ist branchenabhängig. In internationaler Bewerbung (USA, UK) ist Foto **nicht üblich** und sollte weggelassen werden. Empfehlung: **bei deutschen Bewerbungen mitgeben**, bei Zweifeln weglassen — die fehlende Anwesenheit ist kein Ablehnungsgrund.

**Familienstand und Religion.** Beides darf vom Arbeitgeber **nicht** erfragt werden (§§ 1, 7 AGG iVm § 8 AGG). Im Lebenslauf sind sie **überflüssig** — Weglassen ist die saubere Lösung.

**Geburtsdatum.** Rechtlich nicht zwingend. In Deutschland praktisch noch Standard, in internationalen Kontexten unüblich. Wer Diskriminierung wegen Alter befürchtet (>50), kann es weglassen.

**Foto-Pose.** Wer mit Foto bewirbt: helle Aufnahme, neutraler Hintergrund, dezente Kleidung passend zur Branche. KEIN Urlaubsfoto, KEIN Selfie.

## Häufige Fehler

- **„Lebenslauf muss handschriftlich unterschrieben sein."** Falsch — keine gesetzliche Vorgabe. Bei Online-Bewerbungen Unterschrift einscannen oder weglassen.
- **„Lücken im Lebenslauf sind ein Ausschlussgrund."** Differenziert — Lücken von mehr als 2 Monaten sollten erklärt werden („Berufliche Neuorientierung", „Reise", „Pflege Angehöriger"). Ehrlichkeit ist sicherer als Schönfärben.
- **„Bewerbungsfoto muss beim professionellen Fotografen entstehen."** Falsch — selbstgemacht mit guter Kamera reicht, solange Qualität stimmt. Frontale Aufnahme, neutraler Hintergrund.
- **„Beruf der Eltern muss angegeben werden."** Falsch — völlig veraltete Praxis. Weglassen.
- **„Tabellenform ist veraltet, ausformulierter Text wirkt persönlicher."** Falsch für DACH-Markt — der Recruiter scannt in 60 Sekunden. Tabellarisch ist 2026 weiterhin Standard.















## Änderungsverlauf

- 2026-06-29: Erstveröffentlichung. Quellen AGG, BDSG, DSGVO, BAG 6 AZR 519/19 verifiziert. | change_type=initial_publication field="topic_lifecycle" new="published" reviewed_by="Andreas Warkentin"
- 2026-09-28: Factcheck-Update im Rahmen des Sichtbarkeits-Aufholers. AGG-, BDSG- und DSGVO-Grundlagen (Art. 5 Abs. 1 Buchst. c DSGVO, §§ 1, 7 AGG, § 26 BDSG) verifiziert und bestätigt. KORREKTUR: Die Angabe „[BAG 6 AZR 519/19]" zur 6-monatigen Aufbewahrung von Bewerberdaten ließ sich nicht verifizieren (das Aktenzeichen ist beim Bundesarbeitsgericht nicht auffindbar); die 6-Monats-Empfehlung ist tatsächlich eine in der Praxis verbreitete Faustregel aus den AGG-Fristen (§ 15 Abs. 4, 5 AGG: 2 Monate Geltendmachung zzgl. Klagefrist), keine gerichtlich festgelegte Aufbewahrungsfrist. Quellenangabe entsprechend korrigiert. `factcheck_status` auf ok gesetzt. | change_type=factcheck field="factcheck_status" new="ok" reviewed_by="Andreas Warkentin"

## Stand

- Stand: 2026-09-28
- Gültig ab: 2018-05-25 (DSGVO Inkrafttreten); AGG seit 2006
- Status: aktuell
- Quellenautorität: A (AGG, BDSG, DSGVO, BAG)
- Lizenz: CC BY 4.0

## Quellen

- §§ 1, 7 AGG – Diskriminierungsverbot:
  https://www.gesetze-im-internet.de/agg/
- § 26 BDSG – Datenverarbeitung im Beschäftigungskontext:
  https://www.gesetze-im-internet.de/bdsg_2018/__26.html
- Art. 5 DSGVO – Grundsätze:
  https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/HTML/?uri=CELEX:32016R0679
- § 109 GewO – Arbeitszeugnis:
  https://www.gesetze-im-internet.de/gewo/__109.html
- § 15 Abs. 4, 5 AGG – Fristen für Geltendmachung/Klage (Grundlage der 6-Monats-Praxisempfehlung):
  https://www.gesetze-im-internet.de/agg/__15.html
- BMAS – Diskriminierungsfreie Bewerbung:
  https://www.bmas.de/DE/Themen/Arbeitsrecht/arbeitsrecht.html
- Antidiskriminierungsstelle des Bundes – Praxisleitfaden:
  https://www.antidiskriminierungsstelle.de/

## Stand

- Letzte Änderung: 2026-09-28
- Letzte Prüfung: 2026-09-28
- In Kraft seit: 2018-05-25
- Status: In Kraft
- Quellen-Autorität: A
- Lizenz: CC BY 4.0
