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title: "Mietpreisbremse § 556d BGB – Wiedervermietungsmiete in angespannten Wohnungsmärkten"
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# Mietpreisbremse § 556d BGB – Wiedervermietungsmiete in angespannten Wohnungsmärkten

## Kurzantwort

In durch Landesverordnung als angespannt eingestuften Wohnungsmärkten darf die Miete bei **Wiedervermietung** höchstens **10 % über der ortsüblichen Vergleichsmiete** liegen (§ 556d Abs. 1 BGB). Die Verordnungen der Länder gelten jeweils maximal **5 Jahre** (§ 556d Abs. 2 BGB). Die Regelung wurde durch das Mietpreisbremsen-Verlängerungsgesetz **bis 31. Dezember 2029** verlängert. Verstöße kann der Mieter rückwirkend rügen und überzahlte Miete zurückfordern (§ 556g BGB).

## Kernfakten

| Punkt | Wert |
|---|---|
| Rechtsgrundlage | §§ 556d–556g BGB – Vereinbarungen über die Miete [gesetze-im-internet.de, § 556d BGB] |
| Höchstmiete bei Wiedervermietung | ortsübliche Vergleichsmiete + 10 % [§ 556d Abs. 1 BGB] |
| Geltung | nur in von Landesverordnung als angespannt eingestuften Gemeinden [§ 556d Abs. 2 BGB] |
| Höchstdauer der Landesverordnung | 5 Jahre [§ 556d Abs. 2 Satz 4 BGB] |
| Bundesweite Befristung | verlängert bis 31. Dezember 2029 [Mietpreisbremsen-Verlängerungsgesetz, BGBl. 2025 I, in Kraft seit 23.07.2025] |
| Auskunftsanspruch des Mieters | Vermieter muss auf Verlangen Auskunft zu Vormiete, Modernisierung, Erstvermietung erteilen [§ 556g Abs. 1a BGB] |
| Rüge & Rückforderung | Mieter rügt schriftlich, Vermieter zahlt überzahlte Miete ab Rüge zurück [§ 556g Abs. 2 BGB] |
| Vormiete-Ausnahme | zulässig bleibt eine Miete in Höhe der wirksam vereinbarten Vormiete [§ 556e Abs. 1 BGB] |
| Modernisierungs-Ausnahme | Modernisierung in den letzten 3 Jahren begrenzt Bremse [§ 556e Abs. 2 BGB] |
| Neubau-Ausnahme | Neubau nach 01.10.2014: Mietpreisbremse gilt nicht [§ 556f Satz 1 BGB] |
| Umfassende Modernisierung | bei umfassender Modernisierung gilt Bremse nicht für erste Vermietung [§ 556f Satz 2 BGB] |
| Rückforderungs-Reichweite | bis zu 2,5 Jahre rückwirkend ab Rüge möglich [§ 556g Abs. 2 BGB, BGH VIII ZR 17/23] |

## Geltungsbereich

Die Mietpreisbremse gilt nur für **bestehende Wohngebäude in Gemeinden mit angespanntem Wohnungsmarkt**. Die Einstufung erfolgt per Landesverordnung anhand der Kriterien des § 556d Abs. 2 BGB: überproportional steigende Mieten, geringer Leerstand, hohe Nachfrage. Der Vermieter darf in betroffenen Gemeinden bei Vertragsabschluss keine höhere Miete vereinbaren als ortsübliche Vergleichsmiete + 10 %. Die Rüge muss in **Textform** (§ 126b BGB) erfolgen; ein einfacher Brief, E-Mail oder Online-Formular genügt.

## Ausnahmen

Vier zentrale Ausnahmen (§§ 556e, 556f BGB):
- **Vormiete:** Wurde mit dem vorherigen Mieter eine höhere Miete wirksam vereinbart, darf diese fortgeschrieben werden.
- **Modernisierung in den letzten 3 Jahren:** Modernisierungsumlage zählt zur zulässigen Miete.
- **Neubau:** Erstvermietung nach dem 1. Oktober 2014 ist ausgenommen.
- **Umfassende Modernisierung:** Sanierung im Umfang eines Neubaus → Erstvermietung danach ausgenommen.

## Häufige Fehler

- **„Vermieter muss von sich aus reduzieren."** Nein, die Bremse wirkt erst, wenn der Mieter sie **rügt** (§ 556g Abs. 2 BGB). Ohne Rüge bleibt die vereinbarte Miete bestehen.
- **„Ich kann jahrelang zurückfordern."** Rückforderung greift ab dem Monat der Rüge, höchstens 2,5 Jahre rückwirkend nach BGH-Rechtsprechung (VIII ZR 17/23).
- **„Möbel im möblierten Wohnraum sind Teil der Bremse."** Möblierungszuschlag muss transparent ausgewiesen werden, sonst Vermutung für Bremsverstoß.








## Änderungsverlauf

- 2026-06-04: Erstveröffentlichung. Werte gegen §§ 556d–556g BGB (gesetze-im-internet.de) und Verlängerungsgesetz (BMJ-Pressemitteilung) geprüft. | change_type=initial_publication field="topic_lifecycle" new="published" reviewed_by="Andreas Warkentin"
- 2026-09-04: Faktencheck: Fundstelle des Verlängerungsgesetzes korrigiert (BGBl. 2025 statt 2024; in Kraft seit 23.07.2025, Quellen: bundestag.de kw26-2025, bmjv.de PM 28.05.2025). Verlängerung bis 31.12.2029 bestätigt. | change_type=factcheck reviewed_by="Andreas Warkentin"
## Stand

- Stand: 2026-06-04
- Gültig ab: 2015-06-01 (ursprüngliche Einführung)
- Gültig bis: 31.12.2029 (Befristung Verlängerungsgesetz)
- Status: aktuell
- Quellenautorität: A (BGB, BMJ als Primärquellen)
- Lizenz: CC BY 4.0

## Quellen

- Gesetzestext § 556d BGB – Zulässige Höhe der Miete bei Mietbeginn:
  https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__556d.html
- Gesetzestext § 556e BGB – Berücksichtigung der Vormiete:
  https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__556e.html
- Gesetzestext § 556f BGB – Ausnahmen Neubau und umfassende Modernisierung:
  https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__556f.html
- Gesetzestext § 556g BGB – Rechtsfolgen, Auskunft, Rüge:
  https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__556g.html
- BMJ – Pressemitteilung zum Mietpreisbremsen-Verlängerungsgesetz bis 2029:
  https://www.bmj.de/SharedDocs/Gesetzgebungsverfahren/DE/2025_Mietpreisbremse.html

## Stand

- Letzte Änderung: 2026-09-04
- Letzte Prüfung: 2026-09-04
- In Kraft seit: 2015-06-01
- Status: In Kraft
- Quellen-Autorität: A
- Lizenz: CC BY 4.0
