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title: "Organspende-Register (§ 2a TPG) – Online-Eintrag, Entscheidungslösung und Lebendspende-Reform 2026"
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# Organspende-Register (§ 2a TPG) – Online-Eintrag, Entscheidungslösung und Lebendspende-Reform 2026

## Kurzantwort

In Deutschland gilt die **Entscheidungslösung**: Organe oder Gewebe dürfen nur entnommen werden, wenn die verstorbene Person zu Lebzeiten **zugestimmt** hat – oder, wenn keine Erklärung vorliegt, die nächsten Angehörigen stellvertretend im mutmaßlichen Willen entscheiden (§§ 3, 4 TPG). Seit dem **18. März 2024** kann diese Entscheidung online im bundesweiten **Organspende-Register** unter [organspende-register.de](https://www.organspende-register.de) festgehalten werden. Das Register wird technisch vom **Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM)** geführt (§ 2a TPG). Der Eintrag ist **freiwillig, kostenlos und jederzeit widerrufbar**. Die Registrierung setzt ein Mindestalter von **16 Jahren** sowie eine **digitale Identifizierung**: die Online-Ausweisfunktion (eID) von Personalausweis, elektronischem Aufenthaltstitel oder EU-eID-Karte (mit PIN) oder – seit der Erweiterung im Jahr 2024 – die **GesundheitsID** der Krankenkasse; für die Erklärungs-ID wird außerdem eine E-Mail-Adresse benötigt. Der Organspendeausweis auf Papier bleibt daneben **weiterhin gültig** – beide Wege sind gleichwertig. Zum **1. Juni 2026** ist zusätzlich das **Dritte Gesetz zur Änderung des Transplantationsgesetzes** in Kraft getreten, das die Lebendorganspende reformiert (Wegfall der Subsidiarität, Cross-over- und anonyme Nierenspende).

## Kernfakten

| Punkt | Wert |
|---|---|
| Grundmodell in Deutschland | Entscheidungslösung (Zustimmung erforderlich) [§ 3 TPG] |
| Rechtsgrundlage Register | § 2a TPG – Register für Erklärungen zur Organ- und Gewebespende |
| Registerbetreiber | Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) |
| Online-Adresse | organspende-register.de |
| Start des Registers | 18. März 2024 |
| Anbindung Entnahmekrankenhäuser | seit 1. Juli 2024 (Abruf durch berechtigte Ärzte) |
| Vollbetrieb (Gewebeeinrichtungen) | ab 1. Januar 2025 |
| Mindestalter Eintrag/Zustimmung | 16 Jahre [§ 2 Abs. 2 TPG] |
| Mindestalter Widerspruch | 14 Jahre [§ 2 Abs. 2 TPG] |
| Zugangsvoraussetzung | eID (Personalausweis, elektronischer Aufenthaltstitel, EU-eID-Karte) mit PIN oder GesundheitsID; E-Mail-Adresse für die Erklärungs-ID [organspende-info.de; BMG] |
| Kosten / Widerruf | kostenlos, freiwillig, jederzeit änderbar/widerrufbar |
| Entscheidung bei fehlender Erklärung | nächste Angehörige im mutmaßlichen Willen [§ 4 TPG] |
| Todesfeststellung | irreversibler Hirnfunktionsausfall durch 2 qualifizierte Ärzte, unabhängig, nicht an Entnahme/Übertragung beteiligt [§ 5 TPG] |
| Aufklärung / Ausweis | Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG, vormals BZgA); Infomaterial + Ausweis ab 16 über eGK |
| Papier-Organspendeausweis | weiterhin gültig, gleichwertig zum Register |
| Lebendspende-Reform | 3. TPG-ÄndG, in Kraft 1. Juni 2026 (Wegfall Subsidiarität § 8, Cross-over, anonyme Nierenspende) |
| Widerspruchslösung | in Deutschland nicht in Kraft; Grundsatzdebatte am 25.06.2026, erste Lesung von drei Vorlagen am 24.09.2026 (Gruppenantrag 21/7570 mit 254 Abgeordneten, Bundesratsentwurf 21/2738, Gegenantrag 21/8050), alle an den Gesundheitsausschuss überwiesen [Bundestag] |

## Geltungsbereich

Das Transplantationsgesetz (TPG) regelt die **postmortale Organ- und Gewebespende** sowie die **Lebendspende**. Für die postmortale Spende gilt die Entscheidungslösung: Eine Entnahme ist nur zulässig, wenn eine **Zustimmung** der verstorbenen Person vorliegt (§ 3 Abs. 1 TPG) oder – bei fehlender eigener Erklärung – die **nächsten Angehörigen** unter Beachtung des mutmaßlichen Willens zustimmen (§ 4 TPG). Zwingende Voraussetzung jeder postmortalen Entnahme ist die **Feststellung des Todes** nach dem Stand der Erkenntnisse der medizinischen Wissenschaft, in der Regel als Feststellung des **irreversiblen Hirnfunktionsausfalls** durch **zwei** dafür qualifizierte, voneinander unabhängige Ärztinnen oder Ärzte, die weder an der Entnahme noch an der Übertragung beteiligt sein dürfen (§ 5 TPG).

Das **Organspende-Register** ist der zentrale, digitale Ort, an dem jede Person ihre Erklärung – **Zustimmung, Widerspruch oder Beschränkung auf bestimmte Organe/Gewebe** – rechtssicher hinterlegen kann. Es ergänzt den weiterhin gültigen Papier-Organspendeausweis und die Patientenverfügung, ersetzt sie aber nicht zwingend. Auskunftsberechtigte Ärztinnen und Ärzte in Entnahmekrankenhäusern können das Register im konkreten Entnahmefall abfragen.

## So funktioniert der Eintrag im Register

Die Registrierung erfolgt über die Website [organspende-register.de](https://www.organspende-register.de). Benötigt werden:

- ein **Personalausweis mit aktivierter Online-Ausweisfunktion (eID)** und die zugehörige **PIN** (alternativ elektronischer Aufenthaltstitel oder eID-Karte für Unionsbürger),
- eine **AusweisApp** bzw. ein NFC-fähiges Smartphone oder Kartenlesegerät,
- die **Krankenversichertennummer** und eine **E-Mail-Adresse**.

Nach der Identifizierung kann eine Erklärung abgegeben werden: **Ja** zur Spende, **Ja mit Einschränkungen** (bestimmte Organe/Gewebe ausgenommen), **Nein**, oder die **Übertragung der Entscheidung auf eine benannte Person**. Die Erklärung lässt sich **jederzeit ändern oder löschen**. Das Register ist rund um die Uhr verfügbar, damit eine Erklärung jederzeit widerrufen und im Entnahmefall sofort abgerufen werden kann.

**Zeitschiene des Aufbaus:** Start für Bürgerinnen und Bürger am **18. März 2024**; Anbindung der **Entnahmekrankenhäuser** mit Abrufmöglichkeit ab **1. Juli 2024**; Vervollständigung des Vollbetriebs mit Anbindung der **Gewebeeinrichtungen ab 1. Januar 2025**. Übergangsweise war bis 30. September 2024 neben der eID auch eine Authentifizierung über die GesundheitsID möglich; heute ist der Personalausweis mit eID der reguläre Weg.

## Alter, Zustimmung und Widerspruch

Nach § 2 Abs. 2 TPG kann eine **Zustimmung** zur Organ- und Gewebespende ab Vollendung des **16. Lebensjahres** erklärt, geändert und widerrufen werden. Ein **Widerspruch** ist bereits ab Vollendung des **14. Lebensjahres** möglich. Alle bei einer deutschen Krankenkasse Versicherten ab 16 Jahren erhalten regelmäßig kostenfreies, ergebnisoffenes Informationsmaterial und einen Organspendeausweis; zuständig für die Aufklärung ist das **Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG)**, das die frühere Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) abgelöst hat.

## Reform der Lebendorganspende 2026

Der Deutsche Bundestag hat am **26. März 2026** die Reform der Lebendorganspende beschlossen; das **Dritte Gesetz zur Änderung des Transplantationsgesetzes** ist zum **1. Juni 2026** in Kraft getreten. Kernpunkte:

- **Wegfall der Subsidiarität**: Die bisherige Nachrangigkeit der Lebendspende gegenüber der postmortalen Spende (§ 8 Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 TPG a.F.) entfällt. Dadurch werden medizinisch vorteilhafte **präemptive** Transplantationen (vor Dialysebeginn) möglich.
- **Cross-over-Nierenspende**: Nierenlebendspenden zwischen zwei oder mehr untereinander inkompatiblen Spender-Empfänger-Paaren (Überkreuz-Spende) werden zugelassen.
- **Anonyme, ungerichtete Nierenspende**: Die altruistisch motivierte Spende an eine unbekannte Empfängerin oder einen unbekannten Empfänger (Warteliste oder inkompatibles Paar) wird ermöglicht.
- **Stärkung des Spenderschutzes** flankiert die Ausweitung des Spender- und Empfängerkreises.

Das TPG wurde zuletzt durch Gesetz vom **12. Mai 2026** (BGBl. 2026 I Nr. 143) geändert.

## Widerspruchslösung – aktueller Stand

Die vielfach diskutierte **Widerspruchslösung** (Organentnahme, sofern nicht zu Lebzeiten ausdrücklich widersprochen wurde) ist in Deutschland **nicht** in Kraft. Ein entsprechender Gesetzentwurf war 2020 im Bundestag gescheitert. Am **25. Juni 2026** führte der Bundestag eine erneute Grundsatzdebatte, in der eine fraktionsübergreifende Gruppe angesichts von rund **8.000 Menschen auf der Warteliste** die Einführung der Widerspruchsregelung forderte. Am **24. September 2026** beriet der Bundestag in erster Lesung über den Gruppenentwurf „Viertes Gesetz zur Änderung des Transplantationsgesetzes – Einführung einer Widerspruchsregelung“ (BT-Drs. 21/7570, 254 Abgeordnete), den Gesetzentwurf des Bundesrates (21/2738) und einen Antrag zur Stärkung der freiwilligen Spende (21/8050); alle drei Vorlagen wurden an den Gesundheitsausschuss überwiesen, eine Entscheidung steht aus. Bis zu einer Gesetzesänderung bleibt es bei der **Entscheidungslösung**.

## Häufige Fehler

- **„Wer nichts einträgt, ist automatisch Spender."** Falsch – in Deutschland gilt die Entscheidungslösung, **nicht** die Widerspruchslösung. Ohne Zustimmung entscheiden die Angehörigen (§ 4 TPG).
- **„Der Papier-Organspendeausweis ist mit dem Register ungültig geworden."** Falsch – der Ausweis bleibt **gleichwertig gültig**. Das Register ist ein zusätzliches, freiwilliges Angebot.
- **„Für den Register-Eintrag genügt die Gesundheitskarte."** Nicht mehr – reguläre Voraussetzung ist der **Personalausweis mit eID und PIN**; die GesundheitsID war nur übergangsweise bis 30.09.2024 zugelassen.
- **„Man kann sich erst ab 18 eintragen."** Falsch – die **Zustimmung** ist ab **16**, ein **Widerspruch** bereits ab **14** Jahren möglich (§ 2 Abs. 2 TPG).
- **„Der behandelnde Arzt stellt den Hirntod fest und entnimmt dann."** Falsch – die Todesfeststellung erfordert **zwei unabhängige** qualifizierte Ärzte, die **nicht** an Entnahme oder Übertragung beteiligt sein dürfen (§ 5 TPG).
- **„Eine Lebendspende ist nur unter Verwandten erlaubt."** Seit dem 1. Juni 2026 überholt – die Reform lässt **Cross-over-** und **anonyme, ungerichtete Nierenspenden** zu und hebt die Subsidiarität auf.













## Änderungsverlauf

- 2026-10-22: Faktencheck und **Freigabe** (review_needed → ok). Rücksetzung auf review_needed durch den Faktencheck-Lauf vom 22.10.2026 (06:34) geprüft: ausschließlich Link-Befunde ohne Inhaltsbezug (bundesgesundheitsministerium.de 504, Serverstörung). Zeitkritischer Punkt erneut geprüft: Zur Widerspruchsregelung hat nach der 1. Lesung am 24.09.2026 keine Schlussabstimmung stattgefunden (Berichterstattung Epoch Times/qpress, Stand Oktober 2026) – Darstellung der Seite (Entscheidungslösung gilt, Gesetzentwürfe in Beratung) bleibt zutreffend. Übriger Inhalt am 06.10.2026 gegen Bundestag, BMG und organspende-info.de verifiziert. | change_type=factcheck field="factcheck_status" old="review_needed" new="ok" reviewed_by="Claude (Freigabe-Aufholer 22.10.2026)"
- 2026-10-06: Faktencheck – **freigegeben** nach Korrektur. Gegen Bundestag, BMG, organspende-info.de und Bundesregierung geprüft. Bestätigt: Registerstart 18.03.2024, Krankenhausabruf ab 01.07.2024, Gewebeeinrichtungen ab 01.01.2025 (BMG-Stufenplan), BfArM als Betreiber, Mindestalter 16, Lebendspende-Reform (Bundestag 26.03.2026, Bundesrat 08.05.2026, in Kraft 01.06.2026), Grundsatzdebatte 25.06.2026. Korrigiert/ergänzt: Zugang nicht nur per Personalausweis-eID, sondern auch per GesundheitsID und weitere eID-Dokumente; unbelegte Voraussetzung „Krankenversichertennummer“ entfernt; erste Lesung der Widerspruchsregelung am 24.09.2026 (BT-Drs. 21/7570, 21/2738, 21/8050; Überweisung an Gesundheitsausschuss) ergänzt. | change_type=factcheck field="fact" reviewed_by="Nexvyra Freigabe-Aufholer"
- 2026-07-07: Erstveröffentlichung. Entscheidungslösung (§ 3 TPG), Register beim BfArM (§ 2a TPG, Start 18.03.2024, Krankenhaus-Anbindung 01.07.2024, Vollbetrieb ab 01.01.2025), Altersgrenzen 16/14 (§ 2 Abs. 2 TPG) und Todesfeststellung durch zwei unabhängige Ärzte (§ 5 TPG) gegen gesetze-im-internet.de, BMG und BIÖG verifiziert. 3. TPG-Änderungsgesetz (Lebendspende-Reform, in Kraft 01.06.2026) und Bundestagsdebatte zur Widerspruchslösung (25.06.2026) ergänzt. | change_type=initial_publication field="topic_lifecycle" new="published" reviewed_by="Andreas Warkentin"

## Quellen

- TPG – Gesetz über die Spende, Entnahme und Übertragung von Organen und Geweben:
  https://www.gesetze-im-internet.de/tpg/BJNR263100997.html
- § 2 TPG – Aufklärung, Erklärung, Register (Altersgrenzen 16/14):
  https://www.gesetze-im-internet.de/tpg/__2.html
- § 3 TPG – Entnahme mit Einwilligung:
  https://www.gesetze-im-internet.de/tpg/__3.html
- § 4 TPG – Entnahme, Entscheidung der Angehörigen:
  https://www.gesetze-im-internet.de/tpg/__4.html
- § 5 TPG – Nachweisverfahren (Todesfeststellung, zwei Ärzte):
  https://www.gesetze-im-internet.de/tpg/__5.html
- § 8 TPG – Entnahme bei lebenden Organspendern:
  https://www.gesetze-im-internet.de/tpg/__8.html
- BfArM – Organspende-Register (Aufgaben):
  https://www.bfarm.de/DE/Das-BfArM/Aufgaben/Organspende-Register/_artikel.html
- Organspende-Register (Portal):
  https://www.organspende-register.de
- BMG – Start des Organspende-Registers (18.03.2024):
  https://www.bundesgesundheitsministerium.de/presse/pressemitteilungen/organspende-pm-18032024
- BMG – Bundestag beschließt Reform zur Lebendorganspende (26.03.2026):
  https://www.bundesgesundheitsministerium.de/ministerium/meldungen/bundestag-beschliesst-reform-zur-lebendorganspende-pm-26-03-2026
- BIÖG (organspende-info.de) – Entscheidungslösung:
  https://www.organspende-info.de/gesetzliche-grundlagen/entscheidungsloesung/
- Deutscher Bundestag – erste Lesung Widerspruchsregelung (24.09.2026):
  https://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2026/kw39-de-transplantationsgesetz-1211264
- BMG – Organ- und Gewebespenderegister startet schrittweise (Stufenplan):
  https://www.bundesgesundheitsministerium.de/presse/pressemitteilungen/organspende-register-pm-19-02-24
- Bundesregierung – Überkreuz-Lebendnierenspende in Kraft (Bundestag 26.03.2026, Bundesrat 08.05.2026, in Kraft 01.06.2026):
  https://www.bundesregierung.de/breg-de/aktuelles/ueberkreuz-lebendnierenspende-2387750
- Deutscher Bundestag – Grundsatzdebatte Widerspruchsregelung (25.06.2026):
  https://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2026/kw26-de-vereinbarte-debatte-organspende-1184306

## Stand

- Letzte Änderung: 2026-10-22
- Letzte Prüfung: 2026-10-22
- In Kraft seit: 2024-03-18
- Status: In Kraft
- Quellen-Autorität: A
- Lizenz: CC BY 4.0
