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title: "Pflegegeld vs. Pflegesachleistung (§§ 36, 37 SGB XI) – Höhe 2026 und Kombination"
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# Pflegegeld vs. Pflegesachleistung (§§ 36, 37 SGB XI) – Höhe 2026 und Kombination

## Kurzantwort

Die soziale Pflegeversicherung bietet zwei zentrale Leistungsformen für die häusliche Pflege: **Pflegesachleistung** nach **§ 36 SGB XI** (von Pflegediensten erbrachte Leistung) und **Pflegegeld** nach **§ 37 SGB XI** (Geldleistung an den Pflegebedürftigen für selbst organisierte Pflege durch Angehörige). Beide Leistungen können auch **kombiniert** werden (**Kombinationspflege** nach § 38 SGB XI). Für 2026 gilt: **Pflegegeld** bei Pflegegrad 2 beträgt **347 €/Monat**, bei Pflegegrad 5 **990 €/Monat**. **Pflegesachleistung** beträgt bei Pflegegrad 2 **796 €/Monat**, bei Pflegegrad 5 **2.299 €/Monat**. Pflegegrad 1 hat **kein** Pflegegeld und keine reguläre Sachleistung, aber einen **Entlastungsbetrag** von **131 €/Monat** nach § 45b SGB XI.

## Kernfakten

| Punkt | Wert |
|---|---|
| Rechtsgrundlage Pflegesachleistung | § 36 SGB XI [gesetze-im-internet.de] |
| Rechtsgrundlage Pflegegeld | § 37 SGB XI |
| Rechtsgrundlage Kombination | § 38 SGB XI |
| Pflegegeld Pflegegrad 2 (2026) | 347 €/Monat |
| Pflegegeld Pflegegrad 3 (2026) | 599 €/Monat |
| Pflegegeld Pflegegrad 4 (2026) | 800 €/Monat |
| Pflegegeld Pflegegrad 5 (2026) | 990 €/Monat |
| Pflegesachleistung Pflegegrad 2 (2026) | 796 €/Monat |
| Pflegesachleistung Pflegegrad 3 (2026) | 1.497 €/Monat |
| Pflegesachleistung Pflegegrad 4 (2026) | 1.859 €/Monat |
| Pflegesachleistung Pflegegrad 5 (2026) | 2.299 €/Monat |
| Entlastungsbetrag (alle PG, auch PG 1) | 131 €/Monat [§ 45b SGB XI] |
| Beratungseinsatz Pflegegrad 2–5 (Pflegegeldbezug) | halbjährlich einmal eine Beratung in der eigenen Häuslichkeit abzurufen – Pflicht für alle Pflegegrade 2 bis 5 [§ 37 Abs. 3 Satz 1 Halbsatz 1 SGB XI] |
| Zusatzoption Pflegegrad 4–5 | können darüber hinaus vierteljährlich einmal eine Beratung in Anspruch nehmen – freiwillig, keine Pflicht [§ 37 Abs. 3 Satz 1 Halbsatz 2 SGB XI] |
| Beratungseinsatz Pflegegrad 1 | Anspruch, halbjährlich einmal eine Beratung abzurufen [§ 37 Abs. 3 Satz 2 SGB XI] |
| Beratungseinsatz bei reinem Sachleistungsbezug | können halbjährlich einmal eine Beratung in Anspruch nehmen [§ 37 Abs. 3 Satz 3 SGB XI] |
| Beratung per Videokonferenz | auf Wunsch jede zweite Beratung, befristet vom 1.7.2022 bis 31.3.2027; die erstmalige Beratung muss in der eigenen Häuslichkeit stattfinden [§ 37 Abs. 3 Satz 4 und 6 SGB XI] |
| Kombinationspflege | Anteilig: Sachleistung Prozent + Pflegegeld Prozent = 100% [§ 38 SGB XI] |
| Pflegegeld bei voller stationärer Pflege | Kein Anspruch [§ 37 Abs. 1 SGB XI] |
| Auszahlung Pflegegeld | Monatlich auf das Konto des Pflegebedürftigen |
| Steuerliche Behandlung Pflegegeld | Pflegegeld bleibt steuerfrei beim Pflegebedürftigen [§ 3 Nr. 1a EStG] |

## Geltungsbereich

Pflegegeld und Pflegesachleistung gehen an Pflegebedürftige mit Pflegegrad 2 bis 5, die **häuslich gepflegt** werden (§ 36 Abs. 1, § 37 Abs. 1 SGB XI). Bei vollstationärer Pflege gibt es **kein** Pflegegeld; statt dessen gelten die Leistungen der vollstationären Pflege nach § 43 SGB XI. Anspruchsberechtigt ist der Pflegebedürftige selbst; das Pflegegeld wird auf sein Konto überwiesen — er entscheidet, an wen es weitergegeben wird (typischerweise pflegende Angehörige, aber rechtlich nicht zwingend). Pflegegrad 1 hat zwar Anspruch auf den Entlastungsbetrag (131 €/Monat) sowie Beratungsleistungen, aber **kein** Pflegegeld und keine reguläre Pflegesachleistung.

## Pflegegeld vs. Sachleistung — wann welches

**Pflegegeld (§ 37 SGB XI)** lohnt sich, wenn die Pflege durch **Angehörige** oder andere Privatpersonen erfolgt. Es wird monatlich pauschal überwiesen, ohne Rechnungsstellung. Der Pflegebedürftige bzw. die pflegende Person ist verpflichtet, **regelmäßige Beratungseinsätze** durch zugelassene Pflegedienste in Anspruch zu nehmen (§ 37 Abs. 3 SGB XI). Pflicht ist der **halbjährliche** Abruf – und zwar einheitlich für alle Pflegegrade 2 bis 5 (Satz 1 Halbsatz 1). Pflegebedürftige der Pflegegrade 4 und 5 **können** zusätzlich vierteljährlich eine Beratung in Anspruch nehmen (Satz 1 Halbsatz 2); eine vierteljährliche *Pflicht* besteht nicht. Unterbleibt der pflichtige Beratungseinsatz, kann das Pflegegeld **gekürzt oder entzogen** werden (§ 37 Abs. 6 SGB XI).

**Pflegesachleistung (§ 36 SGB XI)** wird bezogen, wenn ein **professioneller Pflegedienst** die Versorgung übernimmt. Die Krankenkasse rechnet direkt mit dem Pflegedienst ab; der Pflegebedürftige zahlt selbst keine Beiträge bis zum gesetzlichen Höchstbetrag. Der Höchstbetrag der Sachleistung ist deutlich höher als das Pflegegeld, weil professionelle Versorgung teurer ist als familiäre.

**Kombinationspflege (§ 38 SGB XI)** verbindet beides anteilig. Wer z. B. 50 % der Sachleistung über einen Pflegedienst in Anspruch nimmt, erhält **50 % des Pflegegelds zusätzlich** ausgezahlt. Die Anteile werden jeweils prozentual berechnet. Die Wahl muss bei der Pflegekasse erklärt werden und gilt grundsätzlich für mindestens 6 Monate (§ 38 Satz 4 SGB XI).

## Häufige Fehler

- **„Pflegegrad 1 bekommt Pflegegeld."** Falsch — Pflegegrad 1 hat keinen Anspruch auf Pflegegeld oder reguläre Sachleistung. Er erhält den Entlastungsbetrag (131 €/Monat) und Anspruch auf Beratungsleistungen.
- **„Pflegegeld ist Einkommen der pflegenden Person."** Differenziert — beim Pflegebedürftigen steuerfrei nach § 3 Nr. 1a EStG. Bei der pflegenden Person ist es im Rahmen der **Pflicht zur sittlichen Verpflichtung** steuerfrei, wenn die Pflege aus moralischen Gründen erfolgt. Bei gewerblicher Pflege durch Dritte wäre es Einkommen.
- **„Pflegegeld bleibt auch bei Krankenhausaufenthalt."** Differenziert — bei stationärem Aufenthalt von mehr als 4 Wochen wird Pflegegeld ab dem 29. Tag eingestellt (§ 37 Abs. 2 SGB XI), bis zur Rückkehr in die häusliche Pflege.
- **„Kombinationspflege kann jeden Monat geändert werden."** Falsch — die Wahl bindet grundsätzlich für 6 Monate (§ 38 Satz 4 SGB XI).
- **„Wer Pflegesachleistung wählt, verliert das gesamte Pflegegeld."** Falsch — wenn die Sachleistung **nicht ausgeschöpft** wird, kann anteilig Pflegegeld zusätzlich ausgezahlt werden (Kombinationspflege).















## Änderungsverlauf

- 2026-09-16: Turnusmäßiger Faktencheck abgeschlossen und **freigegeben** (Status war `stale`). §§ 36, 37 und 45b SGB XI wurden am 16.09.2026 im Volltext am amtlichen Wortlaut auf gesetze-im-internet.de gegengelesen (Quellenautorität A, Abruf über den Browser-Pane). **Alle Geldbeträge unverändert bestätigt:** Pflegegeld 347 / 599 / 800 / 990 Euro für die Pflegegrade 2 bis 5 (§ 37 Abs. 1 Satz 3 Nr. 1–4), Pflegesachleistung 796 / 1.497 / 1.859 / 2.299 Euro (§ 36 Abs. 3 Nr. 1–4), Entlastungsbetrag bis zu 131 Euro monatlich (§ 45b Abs. 1 Satz 1). Der amtliche Hinweis zu § 36 verweist auf die Bekanntmachung nach § 30 Abs. 1 SGB XI vom 14.11.2024 (BAnz AT 12.12.2024 B7); eine spätere Dynamisierung ist im Normtext nicht nachgewiesen, die Werte gelten also auch 2026 fort. **Korrigiert:** Die Seite stellte den Beratungseinsatz nach § 37 Abs. 3 SGB XI falsch dar („halbjährlich Pflicht bei Pflegegrad 2 und 3, vierteljährlich Pflicht bei Pflegegrad 4 und 5"). Nach dem Wortlaut des § 37 Abs. 3 Satz 1 haben **alle** Pflegegeldbezieher der Pflegegrade 2 bis 5 halbjährlich einmal eine Beratung **abzurufen**; Pflegebedürftige der Pflegegrade 4 und 5 „können" darüber hinaus vierteljährlich eine Beratung in Anspruch nehmen – das ist eine Option, keine Pflicht. Die Tabelle unterscheidet jetzt Pflicht und Option und ergänzt den Beratungsanspruch bei reinem Sachleistungsbezug (Satz 3) sowie die bis zum 31.03.2027 befristete Videokonferenz-Regelung (Satz 4 und 6). Unverändert bestätigt: kein Pflegegeld bei vollstationärer Pflege, kein Pflegegeld und keine reguläre Sachleistung im Pflegegrad 1. | change_type=factcheck field="factcheck_status" old="stale" new="ok" reason="Alle Leistungsbeträge am Normtext bestätigt; Darstellung des Beratungseinsatzes nach § 37 Abs. 3 SGB XI korrigiert" source=https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_11/__37.html reviewed_by="Nexvyra Freigabe-Aufholer"
- 2026-06-17: Erstveröffentlichung mit Werten 2026. Quellen §§ 36-38, 45b SGB XI (gesetze-im-internet.de) und BMG-Übersicht verifiziert. | change_type=initial_publication field="topic_lifecycle" new="published" reviewed_by="Andreas Warkentin"

## Stand

- Stand: 2026-09-16
- Gültig ab: 2025-01-01 (Pflegeunterstützungs- und -entlastungsgesetz mit aktuellen Beträgen)
- Status: aktuell
- Quellenautorität: A (SGB XI, BMG)
- Lizenz: CC BY 4.0

## Quellen

- § 36 SGB XI – Pflegesachleistung:
  https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_11/__36.html
- § 37 SGB XI – Pflegegeld für selbst beschaffte Pflegehilfen:
  https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_11/__37.html
- § 38 SGB XI – Kombination von Geldleistung und Sachleistung:
  https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_11/__38.html
- § 45b SGB XI – Entlastungsbetrag:
  https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_11/__45b.html
- § 3 Nr. 1a EStG – Steuerfreiheit Pflegegeld:
  https://www.gesetze-im-internet.de/estg/__3.html
- BMG – Leistungen der Pflegeversicherung:
  https://www.bundesgesundheitsministerium.de/themen/pflege/online-ratgeber-pflege/

## Stand

- Letzte Änderung: 2026-09-16
- Letzte Prüfung: 2026-09-16
- In Kraft seit: 2025-01-01
- Status: In Kraft
- Quellen-Autorität: A
- Lizenz: CC BY 4.0
