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title: "Sonderausgaben § 10 EStG – Übersicht 2026"
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# Sonderausgaben § 10 EStG – Übersicht 2026

## Kurzantwort

Sonderausgaben sind nach § 10 EStG bestimmte private Aufwendungen, die – obwohl sie weder Betriebsausgaben noch Werbungskosten sind – das zu versteuernde Einkommen mindern. Der Katalog ist abschließend: Begünstigt sind vor allem **Altersvorsorge­aufwendungen** (Renten-, Riester-, Rürup-Beiträge), **sonstige Vorsorgeaufwendungen** (Kranken-, Pflege-, Arbeitslosen- und Haftpflichtversicherung), **Kirchensteuer**, **Unterhalts­leistungen an Ex-Ehegatten (Realsplitting)**, **Kinderbetreuungskosten**, **Berufsausbildungskosten** und **Schulgeld** sowie **Spenden und Mitgliedsbeiträge** nach § 10b EStG. Wer keine Einzelnachweise einreicht, bekommt automatisch den **Sonderausgaben-Pauschbetrag von 36 € (Ledige) bzw. 72 € (Zusammenveranlagung)** nach § 10c EStG – Vorsorgeaufwendungen werden davon **nicht** erfasst, sie werden immer gesondert geltend gemacht.

## Kernfakten

| Punkt | Wert |
|---|---|
| Rechtsgrundlagen | §§ 10, 10a, 10b, 10c EStG |
| Sonderausgaben-Pauschbetrag (Ledige) | 36 € (§ 10c EStG) |
| Sonderausgaben-Pauschbetrag (Zusammenveranlagung) | 72 € (§ 10c EStG) |
| Altersvorsorge­aufwendungen Höchstbetrag 2026 (Single) | 30.826 € (24,7 % der BBG knappschaftliche RV 124.800 €) |
| Altersvorsorge­aufwendungen Höchstbetrag 2026 (Zusammenveranlagung) | 61.652 € |
| Riester-Sonderausgabenabzug (§ 10a EStG) | bis 2.100 € pro Jahr |
| Kirchensteuer (§ 10 Abs. 1 Nr. 4 EStG) | unbegrenzt abzugsfähig (abzüglich erstatteter Beträge) |
| Realsplitting / Unterhalt an Ex-Ehegatten (§ 10 Abs. 1a Nr. 1 EStG) | bis 13.805 € (+ tatsächl. Basis-KV/PV-Beiträge) |
| Kinderbetreuungskosten (§ 10 Abs. 1 Nr. 5 EStG) | 80 % der Kosten, max. 4.800 € je Kind / Jahr (ab VZ 2025) |
| Eigene Berufsausbildung Erststudium (§ 10 Abs. 1 Nr. 7 EStG) | bis 6.000 € pro Jahr |
| Schulgeld für eigene Kinder (§ 10 Abs. 1 Nr. 9 EStG) | 30 %, max. 5.000 € je Kind / Jahr |
| Spenden / Mitgliedsbeiträge (§ 10b Abs. 1 EStG) | bis 20 % Gesamtbetrag der Einkünfte |
| Vermögensstock-Spenden Stiftungen (§ 10b Abs. 1a EStG) | bis 1 Mio. € / 2 Mio. € (Ehegatten), 10 Jahre verteilbar |
| Parteispenden Sonderausgaben (§ 10b Abs. 2 EStG) | ab 2026: 3.300 € (Ledige) / 6.600 € (Ehegatten) |

## Was Sonderausgaben sind – Abgrenzung

Sonderausgaben sind nach § 10 Abs. 1 EStG „Aufwendungen, die weder Betriebsausgaben noch Werbungskosten sind oder wie Betriebsausgaben oder Werbungskosten behandelt werden". Sie sind eine **dritte Kategorie** neben Betriebsausgaben (für Gewinneinkünfte) und Werbungskosten (für Überschuss­einkünfte) und betreffen typischerweise die **private Lebens­führung**, die der Gesetzgeber aus sozial-, familien- oder kulturpolitischen Gründen ausnahmsweise zum Abzug zulässt. Sonderausgaben werden **vom Gesamtbetrag der Einkünfte abgezogen** und führen so zum **Einkommen** im Sinne des § 2 Abs. 4 EStG. Der Katalog ist **abschließend**: Wer eine Aufwendung nicht unter eine der Nummern des § 10 EStG oder unter § 10a/§ 10b EStG einordnen kann, kann sie nicht als Sonderausgabe abziehen.

## Die wichtigsten Sonderausgaben-Tatbestände

### Vorsorgeaufwendungen (§ 10 Abs. 1 Nr. 2 und 3, § 10 Abs. 3 und 4 EStG)

**Altersvorsorgeaufwendungen** umfassen Beiträge zur **gesetzlichen Rentenversicherung**, zu **berufsständischen Versorgungs­einrichtungen**, zur **Alterssicherung der Landwirte** und zur **Basis-Rente** („Rürup-Rente"). Sie werden seit dem Veranlagungszeitraum **2023 zu 100 %** als Sonderausgaben anerkannt (§ 10 Abs. 3 EStG), allerdings nur bis zum Höchstbetrag, der dynamisch an die Beitragsbemessungsgrenze der knappschaftlichen Rentenversicherung gekoppelt ist. Für 2026 liegt diese BBG bei **124.800 €**; daraus ergibt sich ein Höchstbetrag von **30.826 € pro Person** (24,7 % × 124.800 €; Zusammenveranlagung: 61.652 €) (BMF, Steuerliche Änderungen 2026; Sozialversicherungsrechengrößen 2026).

**Sonstige Vorsorgeaufwendungen** (§ 10 Abs. 1 Nr. 3 und 3a EStG) sind insbesondere Beiträge zur **Basis-Kranken- und gesetzlichen Pflegeversicherung** – diese werden **in voller Höhe** abgezogen –, daneben Beiträge zur Arbeitslosen-, Berufsunfähigkeits-, Unfall- und Haftpflicht­versicherung. Für diese „weiteren" Vorsorge­aufwendungen gelten Höchstbeträge von 1.900 € (Arbeitnehmer, Beamte, Rentner mit Anspruch auf Beihilfe oder steuerfreie Arbeitgeber­zuschüsse) bzw. 2.800 € (z. B. Selbstständige ohne Arbeitgeber­zuschuss); die Basis-Kranken- und Pflegeversicherungs­beiträge sind hiervon ausgenommen.

### Riester-Rente (§ 10a EStG)

In der inländischen gesetzlichen Rentenversicherung Pflicht­versicherte – sowie diesen gleichgestellte Personen – können Altersvorsorgebeiträge zuzüglich der staatlichen Zulagen bis zu **2.100 € pro Jahr** als zusätzliche Sonderausgaben abziehen (§ 10a Abs. 1 EStG). Bei Ehegatten gilt der Höchstbetrag personenbezogen; ist nur ein Ehegatte unmittelbar zulagen­berechtigt, erhöht sich sein Höchstbetrag um 60 € für den mittelbar berechtigten Ehegatten. Das Finanzamt führt automatisch eine **Günstigerprüfung** durch: Es zieht den Sonderausgaben­betrag nur ab, wenn die daraus entstehende Steuer­ersparnis höher ist als die bereits gewährte Zulage – andernfalls bleibt es bei der Zulage.

### Kirchensteuer (§ 10 Abs. 1 Nr. 4 EStG)

Gezahlte **Kirchensteuer** ist – mit Ausnahme der als Zuschlag zur Abgeltungsteuer erhobenen Kirchensteuer – **in voller Höhe** und ohne Höchstbetrag als Sonderausgabe abziehbar. **Erstattete** Kirchensteuer (z. B. aus einer Vorjahres­veranlagung) ist im Jahr der Erstattung mit den gezahlten Beträgen zu verrechnen; ein verbleibender Erstattungsüberhang führt nach § 10 Abs. 4b EStG zur **Hinzurechnung** zum Gesamtbetrag der Einkünfte.

### Unterhalt an geschiedene/getrennt lebende Ehegatten – „Realsplitting" (§ 10 Abs. 1a Nr. 1 EStG)

Unterhaltsleistungen an den dauernd getrennt lebenden oder geschiedenen Ehegatten/Lebenspartner sind auf **Antrag und mit Zustimmung des Empfängers** (Anlage U) bis zu **13.805 € pro Kalenderjahr** als Sonderausgaben abziehbar; der Höchstbetrag erhöht sich um die für den Empfänger tatsächlich aufgewendeten Beiträge zur **Basis-Kranken- und Pflegepflicht­versicherung**. Korrespondierend hat der Empfänger die Leistungen als sonstige Einkünfte nach § 22 Nr. 1a EStG zu versteuern. Voraussetzung des Abzugs ist die Angabe der **Steuer-Identifikations­nummer** der unterhaltenen Person in der Steuererklärung des Unterhalts­leistenden.

### Kinderbetreuungskosten (§ 10 Abs. 1 Nr. 5 EStG)

Aufwendungen für Dienstleistungen zur **Betreuung eines zum Haushalt gehörenden Kindes**, das das **14. Lebensjahr** noch nicht vollendet hat (oder wegen einer vor dem 25. Lebensjahr eingetretenen Behinderung außerstande ist, sich selbst zu unterhalten), sind **zu 80 %**, höchstens **4.800 € je Kind und Kalenderjahr** als Sonderausgaben abziehbar. Diese Werte gelten **ab dem Veranlagungs­zeitraum 2025** (vorher: zwei Drittel der Aufwendungen, höchstens 4.000 € je Kind). Erforderlich sind eine **Rechnung** und **unbare Zahlung** auf das Konto des Leistenden; Barzahlungen werden nicht anerkannt.

### Berufsausbildung und Schulgeld (§ 10 Abs. 1 Nr. 7 und 9 EStG)

Aufwendungen für die **eigene erstmalige Berufsausbildung oder ein Erststudium**, das nicht im Rahmen eines Dienst­verhältnisses stattfindet, können bis **6.000 € pro Jahr** als Sonderausgaben abgezogen werden (§ 10 Abs. 1 Nr. 7 EStG). Kosten einer **Zweitausbildung** oder Fortbildung sind dagegen vorrangig als **Werbungskosten** oder Betriebsausgaben abziehbar. Das Bundesverfassungs­gericht hat die Einordnung der Erstausbildungs­kosten als Sonderausgaben mit Beschluss vom 19. November 2019 für verfassungs­gemäß erklärt.

**Schulgeld** für eine staatlich genehmigte oder nach Landesrecht erlaubte allgemein- oder berufsbildende Ersatz- oder Ergänzungs­schule eines **kindergeld­berechtigten Kindes** ist zu **30 %**, höchstens **5.000 € je Kind und Jahr**, als Sonderausgabe abziehbar (§ 10 Abs. 1 Nr. 9 EStG). Aufwendungen für **Unterkunft, Betreuung und Verpflegung** sind nicht begünstigt.

### Spenden und Mitgliedsbeiträge (§ 10b EStG)

**Zuwendungen** (Spenden und – mit Einschränkungen – Mitgliedsbeiträge) an steuer­begünstigte Körperschaften nach den §§ 51 ff. AO sind bis zu **20 % des Gesamtbetrags der Einkünfte** als Sonderausgaben abziehbar (§ 10b Abs. 1 EStG). Alternativ können Unternehmer bis zu **4 ‰ der Summe aus Umsätzen und Löhnen** abziehen. Überschreitende Beträge werden **zeitlich unbefristet vorgetragen** (Spenden­vortrag). **Vermögensstock­spenden** an Stiftungen sind nach § 10b Abs. 1a EStG zusätzlich bis zu **1 Mio. € (Einzel­veranlagung) bzw. 2 Mio. € (Zusammen­veranlagung)** abziehbar, verteilbar auf das Spendenjahr und die folgenden neun Veranlagungs­zeiträume.

**Parteispenden** sind nach § 10b Abs. 2 EStG zusätzlich als Sonderausgaben abziehbar. Mit dem Steueränderungsgesetz 2025 wurden die Höchstbeträge **ab dem Veranlagungs­zeitraum 2026 verdoppelt**: Als Sonderausgaben abziehbar sind nun bis zu **3.300 € (Ledige) bzw. 6.600 € (Zusammen­veranlagung)** – zusätzlich zur vorrangigen Steuer­ermäßigung nach § 34g EStG (50 % der Zuwendungen, höchstens 1.650 € / 3.300 € Ermäßigung, d. h. für Zuwendungen bis 3.300 € / 6.600 €).

## Sonderausgaben-Pauschbetrag (§ 10c EStG)

Für die Sonderausgaben nach § 10 Abs. 1 Nr. 4, 5, 7 und 9 sowie Abs. 1a und nach § 10b EStG wird ein **Pauschbetrag von 36 €** abgezogen, wenn der Steuerpflichtige keine höheren Aufwendungen nachweist (§ 10c EStG). Bei **Zusammenveranlagung** verdoppelt sich der Pauschbetrag auf **72 €**. Der Pauschbetrag wird **automatisch** im Lohnsteuerabzug und in der Veranlagung berücksichtigt; ein gesonderter Antrag ist nicht erforderlich. **Vorsorgeaufwendungen** (§ 10 Abs. 1 Nr. 2 und 3) sowie **Altersvorsorge­beiträge** nach § 10a EStG sind vom Pauschbetrag **nicht** erfasst – sie werden zusätzlich und immer auf Einzelnachweis berücksichtigt. In der Praxis übersteigen schon allein die Kirchensteuer­zahlungen oder die Riester-Zulage den 36-€-Pauschbetrag erheblich, sodass sich für Kirchen­mitglieder und alle Spender, Unterhalts­leister oder Eltern mit Kinderbetreuungs­kosten der Einzelnachweis fast immer lohnt.

## Häufige Fehler und Missverständnisse

- **„Sonderausgaben werden von der Steuer abgezogen."** Falsch – sie mindern das **zu versteuernde Einkommen**, nicht die Steuer. Die Entlastungswirkung hängt vom persönlichen **Grenzsteuersatz** ab.
- **„Vorsorgeaufwendungen sind im Pauschbetrag enthalten."** Falsch – Vorsorge­aufwendungen werden **immer separat** und auf Einzelnachweis berücksichtigt (§ 10c EStG erfasst sie nicht).
- **„Spenden kann ich unbegrenzt abziehen."** Falsch – die 20-%-Grenze des Gesamtbetrags der Einkünfte gilt; nur **Vermögensstock­spenden an Stiftungen** haben einen eigenen, höheren Sonder-Rahmen.
- **„Schulgeld bedeutet auch Internat oder Mensa."** Falsch – nur das eigentliche Schulgeld ist begünstigt, **Unterbringungs- und Verpflegungs­kosten** sind ausdrücklich ausgenommen (§ 10 Abs. 1 Nr. 9 Satz 1 EStG).
- **„Erstattete Kirchensteuer kürzt nur den Abzug."** Teilweise falsch – übersteigt die Erstattung die Zahlungen des laufenden Jahres, wird der **Erstattungs­überhang dem Einkommen hinzugerechnet** (§ 10 Abs. 4b Satz 3 EStG).

































## Änderungsverlauf

- 2026-05-28: Erstveröffentlichung. Alle Quellen-URLs gegen amtliche Stellen geprüft (gesetze-im-internet.de, BMF). Werte für VZ 2026 aus BMF „Steuerliche Änderungen 2026" übernommen (Altersvorsorge-Höchstbetrag, Parteispenden-Verdoppelung). | change_type=initial_publication reviewed_by="Andreas Warkentin" field="topic_lifecycle" new="published"
- 2026-09-04: Faktencheck: Altersvorsorge-Höchstbetrag 2026 auf 30.826 € / 61.652 € korrigiert (24,7 % × BBG knappschaftliche RV 124.800 €); Parteispenden-Sonderausgabenabzug § 10b Abs. 2 EStG auf 3.300 € / 6.600 € korrigiert (Steueränderungsgesetz 2025, ab VZ 2026; § 34g EStG: Ermäßigung max. 1.650 € / 3.300 €). | change_type=factcheck reviewed_by="Andreas Warkentin"
## Stand

- Stand: 2026-05-28
- Gültig ab: 2026-01-01
- Gültig bis: 2026-12-31 (Höchstbeträge werden jährlich angepasst)
- Status: aktuell
- Quellenautorität: A (§§ 10–10c EStG als Primärquelle, BMF flankierend)
- Lizenz: CC BY 4.0

## Quellen

- Gesetzestext § 10 EStG – Sonderausgaben:
  https://www.gesetze-im-internet.de/estg/__10.html
- Gesetzestext § 10a EStG – Zusätzliche Altersvorsorge:
  https://www.gesetze-im-internet.de/estg/__10a.html
- Gesetzestext § 10b EStG – Steuerbegünstigte Zwecke:
  https://www.gesetze-im-internet.de/estg/__10b.html
- Gesetzestext § 10c EStG – Sonderausgaben-Pauschbetrag:
  https://www.gesetze-im-internet.de/estg/__10c.html
- BMF – Die wichtigsten steuerlichen Änderungen 2026:
  https://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Standardartikel/Themen/Steuern/das-aendert-sich-2026.html
- BMF-Monatsbericht Februar 2026 – Steuerliche Änderungen 2026:
  https://www.bundesfinanzministerium.de/Monatsberichte/Ausgabe/2026/02/Inhalte/Kapitel-2-Analysen/2-5-wichtigste-steuerliche-aenderungen-2026.html
- BMF – Amtliches Einkommensteuer-Handbuch (EStH) 2024 zu § 10c EStG:
  https://ao.bundesfinanzministerium.de/esth/2024/A-Einkommensteuergesetz/II-Einkommen-2-24b/5-Sonderausgaben-10-10g/Paragraf-10c/paragraf-10c.html

## Stand

- Letzte Änderung: 2026-09-04
- Letzte Prüfung: 2026-09-04
- In Kraft seit: 2026-01-01
- Status: In Kraft
- Quellen-Autorität: A
- Lizenz: CC BY 4.0
