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# Verpflegungspauschale 2026 (§ 9 Abs. 4a EStG) – 14 € / 28 € und Drei-Monats-Frist

## Kurzantwort

Die **Verpflegungspauschale** ist ein steuerlicher **Pauschbetrag**, den Arbeitnehmer bei **Auswärtstätigkeit** als Werbungskosten geltend machen können (§ 9 Abs. 4a EStG). Für **Inlandsreisen** beträgt sie 2026: **28 €** bei einer Abwesenheit von **24 Stunden**, **14 €** bei Abwesenheit über **8 Stunden** sowie für **An- und Abreisetag** bei mehrtägigen Reisen. Die Pauschale ist **typisierend** — sie wird ohne Einzelnachweis gewährt, **darf aber keine tatsächlichen Kosten ersetzen**. Bei längerer Tätigkeit am selben Ort gilt die **Drei-Monats-Frist** (§ 9 Abs. 4a Satz 6 EStG): nach 3 Monaten ohne Unterbrechung von mindestens 28 Tagen entfällt der Anspruch. Für **Auslandsreisen** gelten höhere, vom BMF jährlich veröffentlichte Sätze (Auslandsreisekostenverordnung).

## Kernfakten

| Punkt | Wert |
|---|---|
| Rechtsgrundlage | § 9 Abs. 4a EStG [gesetze-im-internet.de] |
| Inlandspauschale 24h-Abwesenheit 2026 | 28 € |
| Inlandspauschale 8h+ und An-/Abreisetag 2026 | 14 € |
| Vorgängerwerte bis 31.12.2019 | 24 € / 12 € |
| Erhöhung wirksam seit | 01.01.2020 (Jahressteuergesetz 2019) |
| Mindest-Abwesenheit für Pauschalanspruch | Mehr als 8 Stunden vom Wohnung-/Arbeitsmittelpunkt |
| Drei-Monats-Frist bei längerer Tätigkeit | § 9 Abs. 4a Satz 6 EStG |
| Unterbrechung der 3-Monats-Frist | Mindestens 28 Tage Abwesenheit |
| Kürzung bei Mahlzeitgestellung | -20 % Frühstück (5,60 €), je -40 % Mittag-/Abendessen (11,20 €), jeweils bezogen auf die 24-Stunden-Pauschale von 28 € [§ 9 Abs. 4a Satz 8 und 9 EStG] |
| Sammelpunkt | Keine Auswärtstätigkeit am Sammelpunkt (z. B. Bauhof) |
| Erste Tätigkeitsstätte | Keine Pauschale (§ 9 Abs. 4 EStG) |
| Auslandspauschale-Verordnung | BMF-Schreiben zur Auslandsreisekostenverordnung |
| Anwendbar | Arbeitnehmer mit Auswärtstätigkeit |
| Selbständige | Eigene Regelung (Betriebsausgabe, § 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 5 EStG) |
| Belegpflicht | Nein — Pauschale typisierend, ohne Einzelnachweis |

## Geltungsbereich

§ 9 Abs. 4a EStG gilt für **Arbeitnehmer**, die eine **Auswärtstätigkeit** ausüben — also Tätigkeit an einem anderen Ort als der ersten Tätigkeitsstätte (§ 9 Abs. 4 EStG). Klassische Anwendungsfälle: Dienstreisen, Außendienstmitarbeiter, Lkw-Fahrer, Bauarbeiter auf Baustellen, Vertriebsmitarbeiter, Berater und Auditoren beim Kunden. Voraussetzung: die Abwesenheit vom Wohnung-/Tätigkeitsmittelpunkt beträgt mehr als 8 Stunden am Kalendertag. Bei mehrtägigen Reisen mit Übernachtung gilt für An- und Abreisetag pauschal 14 €, unabhängig von der konkreten Abwesenheitsdauer. Für **Auslandsreisen** existieren länderspezifische, höhere Sätze (Beispiele 2026: USA-NY ca. 58 €/29 €, London ca. 66 €/33 €, Paris ca. 58 €/29 € — siehe BMF-Schreiben).

## Drei-Monats-Frist und Mahlzeitgestellung — Sonderregeln

**Drei-Monats-Frist (§ 9 Abs. 4a Satz 6 EStG).** Bei länger andauernder Tätigkeit am **selben Ort** entfällt der Anspruch auf Verpflegungspauschale nach **drei Monaten**. Beispiel: Monteur ist von Januar bis Mai jeden Werktag bei demselben Kunden — die Pauschale entfällt ab April. Die Frist beginnt **neu**, wenn die Tätigkeit für mindestens **28 zusammenhängende Tage** unterbrochen wird (z. B. durch Urlaub oder andere Einsatzorte). Krankheit, Wochenenden und Feiertage zählen **nicht** als Unterbrechung.

**Mahlzeitgestellung durch Arbeitgeber (§ 9 Abs. 4a Satz 8 EStG).** Stellt der Arbeitgeber Mahlzeiten (auch indirekt durch Übernahme der Kosten), wird die Pauschale gekürzt:
- **Frühstück**: −20 % der 24h-Pauschale (also −5,60 €)
- **Mittag- oder Abendessen**: jeweils −40 % der 24h-Pauschale (also −11,20 € je Mahlzeit)

Beispiel: Hotel mit Frühstück bei 24h-Reise — statt 28 € nur 22,40 € (28 − 5,60). Hotelfrühstück ist üblicher Trigger für die Kürzung.

## Praxisbeispiele

**Beispiel 1: Tagesreise zum Kunden.** Abreise 7:00 Uhr, Rückkehr 19:00 Uhr → Abwesenheit 12 Stunden → **14 € Pauschale**.

**Beispiel 2: Zweitägige Schulung.** Tag 1 (Anreise) 10:00 → 22:00, Tag 2 (Abreise) 8:00 → 17:00 → **14 € (Anreise) + 14 € (Abreise) = 28 € gesamt**. Bei einer Dauer von 3 Tagen: 14 € (Anreise) + 28 € (Vollzag) + 14 € (Abreise) = 56 €.

**Beispiel 3: Baustelle mit Hotelfrühstück, 24h.** Eigentlich 28 €, aber Frühstücksabzug -5,60 € = **22,40 €**.

**Beispiel 4: Lkw-Fahrer 5-Tage-Tour.** Tag 1 (Anreise) 14 € + Tag 2-4 (Vollzag) 3 × 28 € = 84 € + Tag 5 (Abreise) 14 € = **112 € Wochenpauschale**.

## Häufige Fehler

- **„Ich brauche Belege für die Pauschale."** Falsch — die Verpflegungspauschale ist eine **typisierende Pauschale ohne Belegpflicht**. Belege wären für tatsächliche Verpflegungskosten — diese sind aber **nicht** zusätzlich absetzbar, die Pauschale ist abschließend.
- **„Bei einer Geschäftsreise bekomme ich Pauschale UND Reisekostenabrechnung."** Differenziert — der Arbeitgeber kann die Pauschale **steuerfrei** als Reisekostenerstattung auszahlen (§ 3 Nr. 13/16 EStG). Wird sie nicht ausgezahlt, kann der Arbeitnehmer sie als Werbungskosten **selbst** in der Steuererklärung geltend machen.
- **„Pauschale gilt auch in der Mittagspause am Büro."** Falsch — am **Büro selbst** entsteht keine Auswärtstätigkeit. Pauschale nur außerhalb der „ersten Tätigkeitsstätte" und mit mehr als 8h Abwesenheit vom Wohnort.
- **„Drei-Monats-Frist beginnt mit dem Jahreswechsel neu."** Falsch — sie startet **nicht** zum Jahreswechsel, sondern nur durch eine echte Unterbrechung von 28 Tagen.
- **„Auslandspauschale gilt automatisch ab Grenzübertritt."** Differenziert — die Auslandspauschale gilt **für den Tag** des Aufenthalts im jeweiligen Land. Bei Tagesrückkehr gilt der Pauschalsatz des Aufenthaltslandes; bei Übernachtung im Inland und Abfahrt am Folgetag gelten An-/Abreisesätze des Aufenthaltslandes.















## Änderungsverlauf

- 2026-09-30: Faktencheck gegen § 9 Abs. 4a EStG (lxgesetze.de, Fassung zuletzt geändert 29.06.2026). Korrektur: Kürzung bei Mahlzeitgestellung beträgt 20 % (Frühstück) bzw. je 40 % (Mittag-/Abendessen) der 24-Stunden-Pauschale von 28 € (Satz 8 und 9), nicht 40 %/80 %; Frühstücksabzug damit 5,60 € statt 11,20 €, Beispiel 3 auf 22,40 € korrigiert; falsche Angabe „50 % weniger“ bei den Vorgängerwerten entfernt. Bestätigt: 28 €/14 €, Dreimonatsfrist (Satz 6), Neubeginn nach Unterbrechung von mindestens vier Wochen (Satz 7). | change_type=factcheck field="fact" old="Kürzung -40 %/-80 %" new="Kürzung -20 %/-40 %" reviewed_by="Nexvyra-Freigabe-Aufholer (automatisiert)"
- 2026-06-29: Erstveröffentlichung mit Werten 2026 (28 € / 14 € Inlandspauschale, unverändert seit Erhöhung 01.01.2020). Quellen § 9 Abs. 4a EStG und BMF-Reisekostenrecht verifiziert. | change_type=initial_publication field="topic_lifecycle" new="published" reviewed_by="Andreas Warkentin"

## Stand

- Stand: 2026-06-29
- Gültig ab: 2020-01-01 (Erhöhung von 24 € / 12 € auf 28 € / 14 €)
- Status: aktuell
- Quellenautorität: A (EStG, BMF)
- Lizenz: CC BY 4.0

## Quellen

- § 9 Abs. 4a EStG – Verpflegungspauschale:
  https://www.gesetze-im-internet.de/estg/__9.html
- § 9 Abs. 4 EStG – Erste Tätigkeitsstätte:
  https://www.gesetze-im-internet.de/estg/__9.html
- § 3 Nr. 13 EStG – Steuerfreie Reisekosten:
  https://www.gesetze-im-internet.de/estg/__3.html
- BMF-Schreiben Auslandsreisekostenverordnung 2026:
  https://www.bundesfinanzministerium.de/Web/DE/Service/Publikationen/BMF_Schreiben/bmf_schreiben.html
- BMF – Reisekostenrecht:
  https://www.bundesfinanzministerium.de/Web/DE/Themen/Steuern/Steuerarten/Lohnsteuer/lohnsteuer.html
- Jahressteuergesetz 2019 (BGBl. I 2019 S. 2451):
  https://www.bgbl.de/

## Stand

- Letzte Änderung: 2026-09-30
- Letzte Prüfung: 2026-09-30
- In Kraft seit: 2020-01-01
- Status: In Kraft
- Quellen-Autorität: A
- Lizenz: CC BY 4.0
