---
title: "Vorsorgevollmacht und Betreuungsverfügung (§§ 1820, 1816 BGB) – Form, Reichweite, Abgrenzung"
slug: "vorsorgevollmacht-1820-bgb"
domaine: "gesundheitsrecht"
valid_from: "2023-01-01"
valid_to: null
last_reviewed: "2026-09-17"
statut: "In Kraft"
authority_level: "A"
legal_status: "in_force"
license: CC-BY-4.0
url: https://nexvyra.de/fakten/vorsorgevollmacht-1820-bgb.md
wikidata_subjects: []
factcheck_status: "ok"
---

# Vorsorgevollmacht und Betreuungsverfügung (§§ 1820, 1816 BGB) – Form, Reichweite, Abgrenzung

## Kurzantwort

Mit einer **Vorsorgevollmacht** bevollmächtigt eine geschäftsfähige Person eine andere, im Fall der eigenen Entscheidungsunfähigkeit Rechtsgeschäfte und persönliche Angelegenheiten für sie zu führen. Rechtsgrundlage ist seit der Betreuungsrechtsreform zum 01.01.2023 die **allgemeine Bevollmächtigung nach §§ 167, 168 BGB**, ergänzt durch die spezifischen Wirksamkeitsanforderungen des **§ 1820 BGB** für medizinische Maßnahmen und freiheitsentziehende Unterbringung. Die **Betreuungsverfügung** nach **§ 1816 Abs. 2 BGB** ist davon zu unterscheiden: sie ist **keine** Vollmacht, sondern ein Wunsch an das Betreuungsgericht für den Fall, dass eine Betreuung angeordnet werden muss. Eine Vorsorgevollmacht **vermeidet** typischerweise die Notwendigkeit einer gerichtlichen Betreuung; eine Betreuungsverfügung **steuert** sie nur. Seit dem 01.01.2023 gilt zudem das **Ehegatten-Notvertretungsrecht** nach **§ 1358 BGB** für medizinische Notfälle — es ist auf sechs Monate befristet und ersetzt keine Vorsorgevollmacht.

## Kernfakten

| Punkt | Wert |
|---|---|
| Rechtsgrundlage Vollmacht allgemein | §§ 164 ff., 167 BGB |
| Rechtsgrundlage Vorsorgevollmacht medizinisch + Unterbringung | § 1820 BGB („Vorsorgevollmacht und Kontrollbetreuung") [gesetze-im-internet.de] |
| Rechtsgrundlage Betreuungsverfügung | § 1816 Abs. 2 Satz 4 BGB (Legaldefinition und Übermittlungspflicht) |
| Form Vorsorgevollmacht (allgemein) | Schriftform empfohlen, formfrei möglich |
| Form-Pflicht: ärztliche Maßnahmen | Schriftform und ausdrückliche Erfassung für Einwilligung, Widerruf oder Nichteinwilligung in Maßnahmen nach § 1829 Abs. 1 Satz 1 und Abs. 2 BGB [§ 1820 Abs. 2 Nr. 1 BGB] |
| Form-Pflicht: Unterbringung | Schriftform + ausdrückliche Erfassung für die Unterbringung nach § 1831 BGB und die Einwilligung in Maßnahmen nach § 1831 Abs. 4 BGB [§ 1820 Abs. 2 Nr. 2 BGB] |
| Form-Pflicht: ärztliche Zwangsmaßnahme | Schriftform + ausdrückliche Erfassung für die Einwilligung nach § 1832 BGB und die Verbringung nach § 1832 Abs. 4 BGB [§ 1820 Abs. 2 Nr. 3 BGB] — dieser dritte Fall fehlt in vielen Vollmachtsmustern |
| Mitteilungspflicht | Wer von einem Betreuungsverfahren erfährt und eine Vollmachtsurkunde besitzt, muss das Betreuungsgericht unverzüglich unterrichten [§ 1820 Abs. 1 BGB] |
| Kontrollbetreuung | Das Gericht bestellt einen Kontrollbetreuer, wenn der Vollmachtgeber seine Rechte gegenüber dem Bevollmächtigten krankheits- oder behinderungsbedingt nicht mehr ausüben kann und konkrete Anhaltspunkte für pflichtwidriges Handeln bestehen [§ 1820 Abs. 3 BGB] |
| Untersagung der Vollmachtsausübung | Möglich bei dringender Gefahr erheblicher Schädigung oder Behinderung des Betreuers; Herausgabe der Vollmachtsurkunde [§ 1820 Abs. 4 BGB] |
| Widerruf durch den Betreuer | Nur bei hinreichend wahrscheinlicher und erheblicher künftiger Verletzung und wenn mildere Mittel nicht genügen — und nur mit Genehmigung des Betreuungsgerichts [§ 1820 Abs. 5 BGB] |
| Notarielle Beurkundung erforderlich für | Grundstücksgeschäfte (§ 311b BGB), GmbH-Anteile |
| Notarielle Beurkundung empfohlen für | Bank-/Kreditgeschäfte (Kreditinstitute verlangen häufig öffentliche Beglaubigung) |
| Registrierung möglich | Zentrales Vorsorgeregister der Bundesnotarkammer |
| Reichweite Vermögenssorge | Bankgeschäfte, Mietverträge, Rente, Steuer (sofern in Vollmacht erfasst) |
| Reichweite Personensorge | Aufenthalt, Wohnung, Gesundheitssorge (Schriftform nach § 1820 Abs. 2 BGB) |
| Genehmigungspflicht des Betreuungsgerichts trotz Vollmacht | Ergibt sich nicht aus § 1820 Abs. 2 BGB (dort steht nur das Formerfordernis), sondern aus den in Bezug genommenen Normen selbst — §§ 1829, 1831 und 1832 BGB, die den Bevollmächtigten dem Betreuer gleichstellen |
| Widerruf Vorsorgevollmacht durch den Vollmachtgeber | Jederzeit formfrei möglich, solange Geschäftsfähigkeit besteht |
| Ehegatten-Notvertretungsrecht | § 1358 BGB – nur Angelegenheiten der Gesundheitssorge, längstens sechs Monate ab dem vom Arzt festgestellten Zeitpunkt [§ 1358 Abs. 3 Nr. 4 BGB] |
| Wirkung Betreuungsverfügung | Wünscht der Volljährige eine bestimmte Person als Betreuer, ist diesem Wunsch zu entsprechen — es sei denn, die Person ist zur Führung der Betreuung nicht geeignet [§ 1816 Abs. 2 Satz 1 BGB]. Das Gleiche gilt für die Ablehnung einer Person (Satz 2) und für vor dem Verfahren geäußerte Wünsche (Satz 3) |

## Geltungsbereich

Eine Vorsorgevollmacht kann jede **geschäftsfähige** Person erteilen; die Vollmacht selbst richtet sich nach den allgemeinen Vorschriften der §§ 164 ff., 167 BGB. § 1820 BGB regelt sie nicht in ihrer Entstehung, sondern nur in drei Hinsichten: die Mitteilungspflicht im Betreuungsverfahren (Abs. 1), die **Form- und Bestimmtheitserfordernisse** für besonders eingriffsintensive Maßnahmen (Abs. 2) sowie die gerichtliche Kontrolle des Bevollmächtigten (Abs. 3 bis 5). Sie wirkt grundsätzlich **sofort und zeitlich unbefristet**, kann aber im Innenverhältnis auf den Fall der Geschäftsunfähigkeit beschränkt werden („Vollmacht soll nur im Vorsorgefall ausgeübt werden"). Die Betreuungsverfügung ist in § 1816 Abs. 2 Satz 4 BGB legaldefiniert als Dokument, in dem der Volljährige für den Fall der Betreuerbestellung **Wünsche zur Auswahl des Betreuers oder zur Wahrnehmung der Betreuung** geäußert hat; wer ein solches Dokument besitzt und vom Verfahren erfährt, muss es dem Betreuungsgericht übermitteln. Bei Vorhandensein einer wirksamen Vorsorgevollmacht ist eine Betreuung **subsidiär**: Sie ist insbesondere nicht erforderlich, soweit die Angelegenheiten durch einen Bevollmächtigten gleichermaßen besorgt werden können — vorausgesetzt, der Bevollmächtigte gehört nicht zu den nach § 1816 Abs. 6 BGB ausgeschlossenen Personen (Abhängigkeitsverhältnis oder enge Beziehung zu einem Träger von Einrichtungen oder Diensten, der den Volljährigen versorgt); **§ 1814 Abs. 3 Satz 2 Nr. 1 BGB**.

## Drei Instrumente – wann welches

**Patientenverfügung (§ 1827 BGB).** Legt **inhaltlich** fest, in welche medizinischen Maßnahmen eingewilligt oder nicht eingewilligt wird. Wirkt unmittelbar gegenüber Behandlern. Keine Person nötig.

**Vorsorgevollmacht (§ 1820 BGB).** Bestimmt eine **Person**, die für den Vollmachtgeber **stellvertretend entscheidet** — auch über medizinische Maßnahmen, Vermögen, Aufenthalt. Wirkt im Außenverhältnis.

**Betreuungsverfügung (§ 1816 Abs. 2 Satz 4 BGB).** Wünscht eine **Person** für den Fall, dass das Betreuungsgericht **gleichwohl** eine Betreuung anordnen muss (z. B. weil die Vorsorgevollmacht fehlt oder unzureichend ist). Sie bindet das Gericht: Dem Wunsch **ist zu entsprechen**, wenn die gewünschte Person geeignet ist (§ 1816 Abs. 2 Satz 1 BGB). Die gewünschte Person selbst wird dadurch nicht verpflichtet.

In der Praxis ist die Kombination aus Patientenverfügung + Vorsorgevollmacht + Betreuungsverfügung der Standardweg. Die Bundesnotarkammer empfiehlt zudem die freiwillige Eintragung in das Zentrale Vorsorgeregister, damit das Betreuungsgericht im Ernstfall die Existenz der Dokumente schnell feststellt.

## Häufige Fehler

- **„Ehegatte vertritt automatisch."** Falsch — das Notvertretungsrecht nach § 1358 BGB greift nur bei Bewusstlosigkeit oder Krankheit, nur in Angelegenheiten der **Gesundheitssorge**, und es ist ausgeschlossen, wenn die Ehegatten getrennt leben, die Vertretung abgelehnt wurde, eine Vollmacht für diese Angelegenheiten besteht oder ein Betreuer mit entsprechendem Aufgabenkreis bestellt ist (§ 1358 Abs. 3 BGB). Es endet spätestens **sechs Monate** nach dem vom Arzt festgestellten Zeitpunkt und setzt eine **ärztliche Bestätigung** sowie eine schriftliche Versicherung des vertretenden Ehegatten voraus (§ 1358 Abs. 4 BGB). Freiheitsentziehende Maßnahmen nach § 1831 Abs. 4 BGB darf er nur bis zu **sechs Wochen** im Einzelfall entscheiden (§ 1358 Abs. 1 Nr. 3 BGB).
- **„Eine Vorsorgevollmacht ohne Schriftform reicht für alles."** Falsch — § 1820 Abs. 2 BGB verlangt für **drei** Fallgruppen Schriftform *und* ausdrückliche Erfassung: ärztliche Maßnahmen nach § 1829 BGB, Unterbringung nach § 1831 BGB **und ärztliche Zwangsmaßnahmen nach § 1832 BGB**. Der dritte Fall wird in Mustern häufig vergessen.
- **„Wer bevollmächtigt ist, entscheidet ohne Gericht."** Nicht immer. Das Betreuungsgericht kann einen **Kontrollbetreuer** bestellen (§ 1820 Abs. 3 BGB), dem Bevollmächtigten die Ausübung untersagen und die Urkunde einziehen (Abs. 4) — und ein Betreuer kann die Vollmacht unter engen Voraussetzungen mit gerichtlicher Genehmigung widerrufen (Abs. 5).
- **„Betreuungsverfügung ersetzt Vorsorgevollmacht."** Falsch — sie wirkt nur, **falls** Betreuung doch angeordnet werden muss. Eine Vorsorgevollmacht **verhindert** Betreuung; eine Betreuungsverfügung **steuert** sie.
- **„Mit notarieller Beurkundung ist alles abgedeckt."** Teilweise — für Grundstücke nötig, für sonstige Bankgeschäfte verlangen viele Banken die **öffentliche Beglaubigung** (Unterschrift) durch Notar oder Betreuungsbehörde.
- **„Vorsorgevollmacht wirkt erst bei Geschäftsunfähigkeit."** Falsch — sie wirkt **sofort** ab Erteilung. Die Beschränkung „nur im Vorsorgefall" bindet nur im Innenverhältnis.















## Änderungsverlauf

- 2026-09-17: Faktencheck am amtlichen Volltext (§§ 1814, 1816, 1820, 1358 BGB verbatim gegengelesen). Vier Sachkorrekturen: (1) Die Wirkung der Betreuungsverfügung war mit der **vor der Reform 2023** geltenden Formel „soweit dies dem Wohl des Betreuten nicht zuwiderläuft" beschrieben. § 1816 Abs. 2 Satz 1 BGB sagt heute: Dem Wunsch **ist zu entsprechen**, es sei denn, die gewünschte Person ist zur Führung der Betreuung nicht geeignet. (2) § 1820 Abs. 2 BGB hat **drei** Nummern, nicht zwei — die ärztliche Zwangsmaßnahme nach § 1832 BGB (Nr. 3) fehlte vollständig. (3) Die Subsidiarität der Betreuung steht in § 1814 Abs. 3 Satz 2 **Nr. 1** BGB, nicht Nr. 2; ergänzt wurde der dort enthaltene Ausschluss von Personen nach § 1816 Abs. 6 BGB. (4) Die Aussage, eine Vorsorgevollmacht könne „jede volljährige und geschäftsfähige Person nach § 1820 Abs. 1 BGB" erteilen, ist gestrichen — § 1820 Abs. 1 BGB regelt die Mitteilungspflicht gegenüber dem Betreuungsgericht, nicht die Vollmachtserteilung. Ergänzt: Kontrollbetreuung (§ 1820 Abs. 3), Untersagung und Urkundenherausgabe (Abs. 4), Widerruf durch den Betreuer mit Gerichtsgenehmigung (Abs. 5) sowie die Ausschlussgründe, die Sechs-Wochen-Grenze für Maßnahmen nach § 1831 Abs. 4 BGB und die ärztlichen Nachweispflichten beim Ehegatten-Notvertretungsrecht (§ 1358 Abs. 1, 3 und 4 BGB). | change_type=factcheck field="content" reviewed_by="Nexvyra Freigabe-Aufholer"
- 2026-06-18: Tote BMJ-Broschuere-URL (404) durch aktuelle Broschuere "Betreuungsrecht" (umfasst Vorsorgevollmacht/Betreuungs-/Patientenverfuegung) ersetzt. | change_type=source_update field="sources" old="https://www.bmj.de/SharedDocs/Publikationen/DE/Vorsorgevollmacht.html" new="https://www.bmj.de/SharedDocs/Publikationen/DE/Broschueren/Betreuungsrecht.html" reviewed_by="Nexvyra Faktencheck-Bot"
- 2026-06-17: Erstveröffentlichung. Inhalt gegen §§ 1820, 1816, 1814, 1358 BGB (gesetze-im-internet.de) und Betreuungsrechtsreform zum 01.01.2023 verifiziert. | change_type=initial_publication field="topic_lifecycle" new="published" reviewed_by="Andreas Warkentin"

## Stand

- Stand: 2026-09-17
- Gültig ab: 2023-01-01 (Betreuungsrechtsreform)
- Status: aktuell
- Quellenautorität: A (BGB, BMJ)
- Lizenz: CC BY 4.0

## Quellen

- § 1820 BGB – Vorsorgevollmacht:
  https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__1820.html
- § 1816 BGB – Auswahl des Betreuers:
  https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__1816.html
- § 1814 BGB – Voraussetzungen der Betreuerbestellung:
  https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__1814.html
- § 1358 BGB – Ehegatten-Notvertretung:
  https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__1358.html
- § 1827 BGB – Patientenverfügung:
  https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__1827.html
- BMJ – Vorsorgevollmacht, Betreuungs- und Patientenverfügung (Broschüre):
  https://www.bmj.de/SharedDocs/Publikationen/DE/Broschueren/Betreuungsrecht.html
- Zentrales Vorsorgeregister Bundesnotarkammer:
  https://www.vorsorgeregister.de/

## Stand

- Letzte Änderung: 2026-09-17
- Letzte Prüfung: 2026-09-17
- In Kraft seit: 2023-01-01
- Status: In Kraft
- Quellen-Autorität: A
- Lizenz: CC BY 4.0
