---
title: "Zuzahlung und Härtefallregelung (§ 62 SGB V) – Belastungsgrenze 2026"
slug: "zuzahlung-haertefall-62-sgb-v"
domaine: "gesundheitsrecht"
valid_from: "2004-01-01"
valid_to: null
last_reviewed: "2026-09-12"
statut: "In Kraft"
authority_level: "A"
legal_status: "in_force"
license: CC-BY-4.0
url: https://nexvyra.de/fakten/zuzahlung-haertefall-62-sgb-v.md
wikidata_subjects: []
factcheck_status: "ok"
---

# Zuzahlung und Härtefallregelung (§ 62 SGB V) – Belastungsgrenze 2026

## Kurzantwort

Gesetzlich Krankenversicherte zahlen für viele Leistungen Zuzahlungen — Rezeptgebühr, Krankenhaus-Tagessatz, Heil- und Hilfsmittel. § 62 SGB V begrenzt die **jährliche Belastung** auf **2 % der jährlichen Bruttoeinnahmen zum Lebensunterhalt** (Allgemeinheit) bzw. **1 % bei chronisch Kranken** (sogenannte Härtefallregelung). Wer die Grenze überschreitet, ist für den **Rest des Kalenderjahres von allen Zuzahlungen befreit**. Bei chronischer Krankheit setzt die 1 %-Regelung voraus, dass eine kontinuierliche, mindestens einjährige ärztliche Behandlung mit bestimmten Schweregrad-Kriterien vorliegt (§ 62 Abs. 1 Satz 2 SGB V iVm Chroniker-Richtlinie). Familienangehörige werden bei der Berechnung **zusammen** betrachtet (§ 62 Abs. 2 SGB V).

## Kernfakten

| Punkt | Wert |
|---|---|
| Rechtsgrundlage | § 62 SGB V [gesetze-im-internet.de] |
| Belastungsgrenze Allgemeinheit | 2 % der jährlichen Bruttoeinnahmen zum Lebensunterhalt |
| Belastungsgrenze chronisch Krank | 1 % der jährlichen Bruttoeinnahmen |
| Definition chronisch krank | Mindestens 1 Jahr Behandlung + Kriterien nach Chroniker-Richtlinie G-BA |
| Familien-Zusammenrechnung | Ehegatten + Kinder gemeinsam [§ 62 Abs. 2 SGB V] |
| Freibetrag erster Familienangehöriger | 7.119,00 € (2026, 15 % der jährlichen Bezugsgröße von 47.460 €) |
| Freibetrag weitere Kinder | 9.756 € (2026, Kinderfreibetrag Einkommensteuer) |
| Geltungsbereich Zuzahlungen | Arznei-, Heil-, Hilfsmittel, Krankenhaus, Reha, Fahrt |
| Maximale Einzelzuzahlung Arzneimittel | 10 €, mind. 5 €, max. Preis des Arzneimittels [§ 61 SGB V] |
| Zuzahlung Krankenhaus | 10 €/Tag, max. 28 Tage/Jahr [§ 39 Abs. 4 SGB V] |
| Zuzahlung Fahrt | 10 % der Kosten, mind. 5 €, max. 10 € [§ 60 SGB V] |
| Kinder bis 18 | Zuzahlungsfrei (mit Ausnahmen Fahrtkosten) [§ 31 Abs. 3 Satz 2 SGB V] |
| Antrag Befreiung | Bei Krankenkasse mit Belegen, oder Vorab-Befreiung bei prognostizierter Überschreitung |
| Rückerstattung zu viel gezahlter Beträge | Auf Antrag durch Krankenkasse |

## Geltungsbereich

§ 62 SGB V gilt für alle gesetzlich Krankenversicherten — Pflicht- und freiwillig Versicherte. Bei privater Krankenversicherung ist § 62 SGB V **nicht** einschlägig; dort gelten die individuellen Tarifbedingungen und gegebenenfalls Selbstbeteiligungs-Höchstgrenzen. Berücksichtigt werden alle Zuzahlungen für GKV-Leistungen: Arznei-, Verband-, Heil- und Hilfsmittel; Krankenhausaufenthalt (10 €/Tag für max. 28 Tage); Anschlussheilbehandlungen und Reha; Fahrt- und Transportkosten (soweit Kassenleistung); häusliche Krankenpflege; medizinische Vorsorgeleistungen. Nicht angerechnet werden Eigenanteile bei Zahnersatz und Beträge, die ohnehin nicht erstattungsfähig sind (z. B. IGeL-Leistungen).

## Berechnung der Belastungsgrenze 2026

**Brutto-Einnahmen zum Lebensunterhalt** sind die Summe aller laufenden Einkünfte vor Steuern und Sozialabgaben. Dazu zählen Arbeitslohn, Renten, Lebenspartner-Einkünfte, Mieteinnahmen, Kapitalerträge, Krankengeld, Arbeitslosengeld, Bürgergeld. Vom Bruttoeinkommen werden **Freibeträge** abgezogen:

- **Erster Familienangehöriger im Haushalt** (Ehegatte/Lebenspartner): **7.119,00 €** (15 % der jährlichen Bezugsgröße 2026 von 47.460 €)
- **Weitere Familienangehörige** (Kinder und sonstige im gemeinsamen Haushalt): **9.756 € pro Kind** (Kinderfreibetrag Einkommensteuer 2026)

**Beispielrechnung:** Bruttoeinkommen Familie 35.000 €/Jahr, ein Kind im Haushalt. Bereinigtes Einkommen: 35.000 − 7.119,00 − 9.756 = 18.125,00 €. Belastungsgrenze 2 % = **362,50 €**. Sobald die Familie über das Jahr 362,50 € Zuzahlungen geleistet hat, ist sie für den Rest des Jahres befreit.

**Chronisch Kranke** haben einen Anspruch auf die **1 %-Belastungsgrenze**. Voraussetzung: kontinuierliche ärztliche Behandlung wegen derselben Erkrankung für **mindestens ein Jahr** mit **einem** der folgenden Kriterien (Chroniker-Richtlinie des G-BA): Pflegegrad 3 oder höher, Grad der Behinderung ≥ 60 %, kontinuierliche medizinische Versorgung erforderlich. Im Beispiel oben wäre die Grenze dann **181,25 €**.

## Häufige Fehler

- **„Zuzahlungen werden automatisch zurückgezahlt."** Falsch — die Befreiung muss **beantragt** werden, mit Sammlung aller Belege. Manche Kassen bieten eine **Vorab-Befreiung** an, wenn die Überschreitung prognostiziert wird.
- **„Kinder müssen für alles zahlen."** Falsch — Kinder bis 18 Jahre sind grundsätzlich **zuzahlungsfrei** (§ 31 Abs. 3 Satz 2 SGB V). Ausnahmen: Fahrtkosten zu medizinischen Behandlungen (anteilig).
- **„Jeder mit Pflegegrad ist chronisch krank im Sinne § 62."** Differenziert — die G-BA-Chroniker-Richtlinie verlangt Pflegegrad **3 oder höher**, oder GdB ≥ 60 %, oder kontinuierliche Versorgung. Pflegegrad 1 oder 2 allein reicht nicht.
- **„IGeL-Leistungen werden auf die Belastungsgrenze angerechnet."** Falsch — Individuelle Gesundheitsleistungen sind keine Kassenleistungen; sie zählen nicht.
- **„Eheleute werden separat bewertet."** Falsch — Ehegatten und Kinder im gemeinsamen Haushalt werden **zusammen** betrachtet (§ 62 Abs. 2 SGB V).















## Änderungsverlauf

- 2026-06-17: Erstveröffentlichung mit Freibeträgen 2026 (Erster Familienangehöriger 6.328,80 €, Kind 9.312 €). Quellen § 62 SGB V (gesetze-im-internet.de), G-BA Chroniker-Richtlinie verifiziert. | change_type=initial_publication field="topic_lifecycle" new="published" reviewed_by="Andreas Warkentin"
- 2026-09-12: Freibeträge auf die tatsächlichen Werte 2026 korrigiert. Erster im Haushalt lebender Angehöriger: 6.328,80 € → 7.119,00 € (15 % der jährlichen Bezugsgröße nach § 18 SGB IV; diese beträgt 2026 47.460 € — der bisherige Wert entsprach dem Stand 2024, die Bezeichnung „halbe Bezugsgröße" war unzutreffend). Kinderfreibetrag: 9.312 € → 9.756 € (Wert 2026). Beispielrechnung neu berechnet: 2 %-Grenze 387,18 € → 362,50 €, 1 %-Grenze 193,59 € → 181,25 €. | change_type=fact_correction field="freibetraege_62_sgb_v" reviewed_by="Auto-Refresh (Aktualitätsprüfer)"

## Stand

- Stand: 2026-09-12
- Gültig ab: 2004-01-01 (GMG, § 62 SGB V); Werte 2026
- Status: aktuell
- Quellenautorität: A (SGB V, G-BA-Richtlinie, GKV-Spitzenverband, BMG)
- Lizenz: CC BY 4.0

## Quellen

- § 62 SGB V – Belastungsgrenze:
  https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_5/__62.html
- § 61 SGB V – Zuzahlungen:
  https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_5/__61.html
- § 60 SGB V – Fahrkosten:
  https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_5/__60.html
- § 39 Abs. 4 SGB V – Krankenhaus-Zuzahlung:
  https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_5/__39.html
- G-BA Chroniker-Richtlinie:
  https://www.g-ba.de/richtlinien/8/
- GKV-Spitzenverband – Zuzahlungsbefreiung:
  https://www.gkv-spitzenverband.de/krankenversicherung/krankenversicherung.jsp
- BMG – Zuzahlungen und Belastungsgrenze:
  https://www.bundesgesundheitsministerium.de/themen/krankenversicherung/

## Stand

- Letzte Änderung: 2026-09-12
- Letzte Prüfung: 2026-09-12
- In Kraft seit: 2004-01-01
- Status: In Kraft
- Quellen-Autorität: A
- Lizenz: CC BY 4.0
