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CBAM (VO 2023/956) – CO2-Grenzausgleich EU 2026, Sektoren, Zertifikate In Kraft

Inhaltlich verantwortlich: Andreas Warkentin (warepoint-media GbR) · letzte Änderung: 2026-10-06 · letzte Prüfung: 2026-10-06 · Quellen-Autorität A Fehler melden ✉
Kurzantwort Der **Carbon Border Adjustment Mechanism (CBAM, Verordnung (EU) 2023/956)** ist der **CO2-Grenzausgleich der EU**: Importeure bestimmter emissionsintensiver Waren müssen **CBAM-Zertifikate** kaufen und abgeben, deren Preis an den **EU-Emissionshandelspreis (EU-ETS)** gekoppelt ist (2026: Quartalsdurchschnitt, ab 2027: Wochendurchschnitt der Auktionspreise) — abzüglich einer im Herkunftsland bereits gezahlten CO2-Bepreisung. Die **Übergangsphase** (nur quartalsweise Berichtspflicht, keine Zertifikatspflicht) läuft seit **01.10.2023** und endet am **31.12.2025**. Die **definitive Phase** startet am **01.01.2026** — ab dann gilt die Zertifikatspflicht für die eingebetteten Emissionen. Durch die Omnibus-Vereinfachung (VO (EU) 2025/2083) beginnt der **Verkauf der Zertifikate erst am 01.02.2027**; die **CBAM-Erklärung für 2026** und die Abgabe der Zertifikate sind bis **30.09.2027** fällig. Pflichtig als zugelassener Anmelder sind nur Importeure oberhalb einer **Schwelle von 50 Tonnen Warenmasse pro Jahr** (nicht 50 t CO2). **Betroffene Sektoren**: **Eisen und Stahl, Zement, Aluminium, Düngemittel, Elektrizität, Wasserstoff**. Eine Ausweitung auf rund 180 Downstream-Produkte aus Stahl und Aluminium hat die Kommission am 17.12.2025 vorgeschlagen (COM(2025) 989, Verfahren 2025/0419(COD)); sie ist noch nicht beschlossen. **Anmelder ist der zugelassene CBAM-Anmelder** (früher: EORI-Halter, jetzt zwingend akkreditiert). Sanktion bei Nicht-Abgabe durch zugelassene Anmelder: **100 € je t CO2e** (Art. 26, inflationsindexiert); für Importe ohne Zulassung nennt die geänderte VO 300–500 € je t CO2e.

Kernfakten

PunktWert
RechtsgrundlageVerordnung (EU) 2023/956 vom 10.05.2023
Übergangsphase01.10.2023 – 31.12.2025 (Berichte, keine Zertifikate)
Definitive PhaseSeit 01.01.2026 – volle Zertifikatspflicht
Betroffene Sektoren aktuellEisen/Stahl, Zement, Aluminium, Düngemittel, Elektrizität, Wasserstoff
AusweitungKommissionsvorschlag vom 17.12.2025 (ca. 180 Downstream-Produkte Stahl/Alu, COM(2025) 989) – noch nicht beschlossen [EPRS 07/2026]
AnmelderZugelassener CBAM-Anmelder; Pflicht erst bei Einfuhr über 50 t Warenmasse/Jahr [Kommission, CBAM definitive regime]
DE zuständige BehördeDeutsche Emissionshandelsstelle (DEHSt) im Umweltbundesamt
CBAM-Zertifikatspreis2026: Quartalsdurchschnitt der EU-ETS-Auktionspreise (Q1 2026: 75,36 €, Q2 2026: 75,28 €); ab 2027: Wochendurchschnitt [DEHSt]
Verkauf der Zertifikateab 01.02.2027 [DEHSt; VO 2025/2083]
Quartalsbestandmind. 50 % der kumulierten eingebetteten Emissionen am Quartalsende [VO 2025/2083]
Anrechnung ausländischer CO2-PreisJa – tatsächlich gezahlter CO2-Preis wird abgezogen [Art. 9]
Meldeintervall ÜbergangsphaseQuartalsweise, spätestens Monatsende + 1 Monat nach Quartalsende
Melde-/Abgabeintervall definitive PhaseJährliche CBAM-Erklärung und Abgabe der Zertifikate bis 30.09. des Folgejahres (für 2026: 30.09.2027); Rückkauf überzähliger Zertifikate bis 31.10.2027 [DEHSt; VO 2025/2083]
Schwellenwert (De-minimis)50 t Warenmasse/Jahr je Importeur über alle CBAM-Waren [VO 2025/2083]; ersetzt die frühere 150-€-Zollwertgrenze
Kostenlose ETS-ZuteilungWird für CBAM-Sektoren stufenweise abgebaut (bis 2034 vollständig weg)
Sanktion Nicht-Abgabe Zertifikat100 €/t CO2e (zugelassene Anmelder); 300–500 €/t CO2e ohne Zulassung [Art. 26 i. d. F. VO 2025/2083]
Sanktion falsche/verspätete ErklärungBis 50 €/t nicht-gemeldete Emission (nationalgesetzlich)
Transit-WareNicht CBAM-pflichtig
Kleinsendungen (< 150 € Zollwert)Nicht mehr maßgeblich – durch die 50-t-Massenschwelle ersetzt [VO 2025/2083]

Geltungsbereich

Der CBAM erfasst den Import in die EU ausgewählter Waren aus Drittstaaten (außer Island, Liechtenstein, Norwegen, Schweiz — wegen ETS-Kopplung). Die Zolltarifnummern (KN-Codes) sind in Anhang I der VO aufgeführt. Betroffen sind:

Übergangs- vs. definitive Phase

Übergangsphase (01.10.2023 – 31.12.2025): Importeure müssen quartalsweise CBAM-Berichte einreichen — mit eingebetteten Emissionen je importierter Ware, angewandter Herstellungsmethode und ggf. gezahltem ausländischen CO2-Preis. Keine finanzielle Belastung, nur Reporting-Pflicht. Berichte gehen über das CBAM-Übergangsregister der EU-Kommission.

Definitive Phase (ab 01.01.2026):

  1. Importeure über der 50-t-Schwelle müssen sich als zugelassene CBAM-Anmelder akkreditieren (in DE bei DEHSt)
  2. CBAM-Zertifikate kaufen in Höhe der eingebetteten Emissionen
  3. Jährliche CBAM-Erklärung bis 30.09. des Folgejahres einreichen (für 2026: bis 30.09.2027)
  4. Zertifikate abgeben – Verrechnung erfolgt jährlich; Zertifikate sind erst ab 01.02.2027 erhältlich

Der ausländische CO2-Preis wird verrechnet: Hat der Exporteur im Herkunftsland (z. B. UK, Kanada, China-Provinz mit Pilot-ETS) bereits einen CO2-Preis gezahlt, wird dieser vom CBAM-Preis abgezogen. Nachweispflicht liegt beim Importeur.

Wer ist praktisch betroffen?

Direkte Importeure:

Indirekt betroffen:

Preiseffekt für Endkunden 2026

Der CBAM verteuert emissionsintensive Importe. Der Zertifikatspreis folgt dem EU-ETS: Für Q1 2026 hat die Kommission 75,36 €/t CO2 festgesetzt, für Q2 2026 75,28 €/t. Vereinfachtes Rechenbeispiel (Annahmen, keine Prognose): Würde 1 t importierter Stahl 1 t eingebettetes CO2 enthalten und im Herkunftsland kein CO2-Preis gezahlt, entspräche die Belastung rund 75 € je Tonne Ware; ein nachgewiesener Preis im Herkunftsland wird abgezogen. Wie stark sich das auf Endkundenpreise auswirkt, hängt von den tatsächlichen Emissionen der Ware ab. EFTA-Länder mit ETS-Kopplung (Norwegen, Island, Liechtenstein) sind vom CBAM ausgenommen.

Häufige Fehler

Änderungsverlauf

Siehe auch

Stand

Quellen

Letzte Änderung:
2026-10-06
Letzte Prüfung:
2026-10-06
In Kraft seit:
2023-10-01
Status:
In Kraft
Quellen-Autorität:
A
Lizenz:
CC BY 4.0